Bleibt liegen!

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Der letzte linke Student ist betrunken. Schlimmer noch: er ist arg betrunken. Betrunken ist er: denn die Depression ist groß. Welche Depression? Die Depression, die das Leben ist.
Nun steht zu fragen: Wieso ist das Leben eine Depression? Bekanntlich: ist das Leben ein Mittel zur Verbesserung der Welt. Die Welt verbessert man: indem man Theorie liest. Und: Theorie macht. Und Praxen? Praxen selbstverständlich auch. Und was macht man noch: für die Welterbesserung arbeitet man auch schon mal im Uranabbau. Wie verbessert man da die Welt? Man baut ein Potential. Ein Potential: zur Abschreckung. Und man arbeitet dort: zur Bewährung. Damit man später: bequemer die Welt verbessern kann. Wie sagt noch Heidegger: Der Mensch hat bekanntlich ein Sein zur Revolution.
Allerdings: der letzte linke Student ist dennoch sehr unglücklich. Unglücklich ist er: und folglich deprimiert. Denn: das Leben ist nicht nur das Sein zur Revolution, es ist auch das Leben an sich. Also nackt. Und das nackte Leben: ist ein Leben in Lagern. Sagt Agamben. Der letzte Student: ist auch in einem Lager. Er ist nämlich: gefangen im Lager der Liebe. Im Lager der Liebe aber: ist es schlimmer als im Gulag. Denn die Liebe ist nicht mal ein Archipel. Oft: ist sie einfach gar nicht greifbar. Wie etwa: im Falle des letzten linken Studenten.
Daher: trinkt der letzte linke Student. Er trinkt: um nichts zu denken. Ins besondere Notizbuch: schreibt er nicht. Die Praxen: lässt er auch beiseite. Das Lager der Liebe: macht ihn beinahe zum faulen Bohemien. Der nicht arbeitet. Und seinen Seinsinn verrät. Und wir? Auch wir sollten uns fragen, ob denn unser Leben überhaupt irgendeinen Sinn haben kann, jetzt, da alles gleich schlimm ist und nichts besser!