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Plötzlich Putin-Troll

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Eigentlich sollte es in diesem Text um Schweißfüße bei Hummeln gehen, aber nun sind die Zeiten, wie sie sind, und deswegen lautet das Thema heute: »Wie ich plötzlich und ohne was gemacht zu haben von zwei Bild-Mitarbeitern auf Twitter als Putin-Nazi-Troll geblockt wurde«. Also los: Normalerweise ist die Gnade des späten Aufstehens ein großer Vorteil, denn sie bedeutet, dass die meisten Shitstorms schon wieder vorbei sind, wenn man fertig gefrühstückt hat. Vergangene Woche aber war alles anders. Twitter hatte sich auf Julian R. (Bild) eingeschossen. Der daraufhin an den Twitter-Support twitterte: »Geblockt heute Morgen: Eine deutschsprachige Troll-Armee mit mehr als 2 Millionen Tweets. JEDER von denen hat mich persönlich angegriffen.«

Die Angesprochenen – von tatsächlichen Trollen über ganz normale User bis hin zu Lokalpolitikern und Journalisten – reagierten höhnisch, denn dass der Bild-Mann bloß in bis dato rund 2 000 Tweets gedisst wurde, ließ sich mit der Suchfunktion nachvollziehen. R., der vor Monaten aus der Ukraine twitterte, wie er mit »der liberalen Szene unter der Asow-Flagge« tanzte, legte unbeeindruckt nach: alles Putin-Trolls. »Ausgeschlossen, dass die alle nur arbeitslos & asozial sind (…) Inhalt & zeitliche Dichte deuten auf Organisation hin.« Dass einfach nur viele Twitterer das Blatt, für das er arbeitet, nicht leiden können, kam ihm nicht in den Sinn. Und so ging das ­alles ewig weiter und ein Ende ist bis heute nicht in Sicht. Ach ja, was ich gemacht habe, um als Putin-Troll geblockt zu werden: einen Leitfaden für Journalisten über den Umgang mit Twittertrolls bei den Prinzessinnenreportern veröffentlicht. Nächste Woche: Wie ein anderer Bild-Mitarbeiter Leo Fischer als Nazi und Antisemiten beschimpfte. Und dann kommen wir zu den Hummelschweißfüßen, versprochen.