ნაბელსჩაუ - Nabelschau

Madloba: Georgien von A bis Z

Argo: Die Griechen waren eher Weintrinker, dennoch wurde die in Redaktionskreisen beliebteste georgische Biersorte nach dem Schiff der antiken Trickbetrüger benannt. Wird in handlichen Zweiliterflaschen verkauft.

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Bassiani: Gilt als coolster Club östlich des Berghain. Genauere Recherchen ergaben, dass die Bewertung erheblich von Art und Menge der konsumierten Drogen abhängt. Aber das ist im Berghain wohl genauso.

Chacha: Georgischer Grappa. Gutes, aber gefährliches Getränk. Wird von vielen kleinen Läden in Wasserflaschen verkauft. Das kann zu Verwechslungen führen.

Drogen: Schwer erhältlich, hier hat sich die Planwirtschaft noch erhalten. Wer im August kiffen will, muss bereits im Mai Gras bestellen.

Elektroschock: Raffte in Kutaissi fast den Sänger einer Punkband dahin. Sicherheitsvorschriften gelten vielen als stalinistischer Terror.

Fahrstühle: Setzen sich in vielen Häusern erst in Bewegung, wenn man eine Münze eingeworfen hat. Bieten keinerlei überflüssigen Platz oder gar Komfort. Klaustrophobiker sollten lieber zu Fuß gehen.

Georgische orthodoxe Kirche: Von der Terrasse konnten wir die goldene Kuppel der Sameba-Kathedrale (größter Sakralbau des Kaukasus) sehen. Von der Kuppel aus kann der Patriarch schauen, was der Präsident in seinem unterhalb gelegenen Palast treibt.

Hunde: Voriges Jahr begleitete ein Welpe interessiert unsere Arbeit in Tirana. Die Katzen auf unserem Hof in Tiflis ignorierten unsere Tätigkeit jenseits der Kühlschränke souverän.

Igel: Der Südliche Weißbrustigel ist in Georgien heimisch. Er ist sehr musikalisch, doch gilt sein Œuvre als aphrodi
sierend. Der leider sehr konservative Patriarch Ilia II. hat ihm das Betreten von Kirchen verboten, so gibt es ohne Igel an den Orgeln keine Orgien in Georgien.

Jeep: Unser Mietwagen war diesmal ein SUV. Endlich mal Panzerfahren!

Khinkali: Georgischer dumpling, es gibt zahlreiche Varianten. Auch unter Carnivoren war die Pilzfüllung am beliebtesten.

Lenkrad: Befindet sich trotz Rechtsverkehr in vielen Autos auf der rechten Seite. Weil, so erzählte man uns, solche Autos billiger seien.

Metro: Die erste Fahrt mit der schnellen Rolltreppe in finstere Tiefen erzeugt leichtes Schwindelgefühl, und dann dieser Schwefelgeruch – die Fahrt endet aber vor Erreichen der Hölle.

Navi: Hat Probleme mit der Straßenführung in Tiflis. Liegt es an der Sprache? An den vielen Einbahnstraßen?
Über Umwege lernt man die Stadt kennen.

Ossetien: Unweit von Tiflis ist die Demarkationslinie zu Südossetien. Man vergisst leicht, dass man eigentlich in einem zum Teil von russischen Truppen besetzten Bürgerkriegsland weilt.

Pool: Na ja, eigentlich war es eher ein großes Planschbecken. Dessen Existenz führte dazu, dass in einer lauen Sommernacht nach reichlichem Chachagenuss … Aber alles müssen Sie nun auch nicht erfahren.

Quarantänezimmer: Zwei rätselhafte Krankheitsfälle trafen Team Tiflis. Lebensmittelvergiftung? Ein hinterhältiges Virus? Putin scheint ausnahmsweise nicht schuld zu sein.

Reinigung: Nichts für Warmduscher sind die Schwefelbäder von Tiflis. Unser Extremsportteam scheute aber keine Gefahr und sprang in den Kessel.

Socken: Die Georgierinnen und Georgier haben eine Vorliebe für Socken, die mit allerlei bunten Motiven (Spiegeleier, idyllische Landstillleben) verziert sind. Es gibt sogar Sockenautomaten.

Techno: Derzeit der Sound zur Revolte. Punks gibt es aber auch.

Underground: In der Innenstadt ersetzen Unterführungen die Fußgängerampeln. Dort findet man Street Art oder auch eine kleine Galerie.

Verkehr: Im Vergleich zu Albanien fahren die Leute hier geradezu spießig. Haben die keine Hupen?

Wein: Trinkt man hier seit 8 000 Jahren, es ist aber noch welcher da.

Xerxes: Persischer Großkönig, der nicht dazu kam, Georgien zu erobern, weil er sich ständig mit den Griechen herumschlagen musste – ein gewisser Ausgleich für Jasons perfiden Diebstahl einige Jahrhunderte zuvor. Danke, Leonidas.

Y: Dieser Buchstabe (Hye) wurde aus dem georgischen Alphabet gestrichen. Nein, Stalin war’s nicht. Wir gedenken seiner (des Hye, nicht Stalins). Z

Zigaretten: Zur Freude der Raucher recht billig. Aber Vorsicht: Wer in der schicken Innenstadt von Tiflis eine Kippe wegwirft, zahlt 120 Lari (wenn er erwischt wird).