Das Medium - Krieg und Eis in einer Waffel

Ein bißchen Krieg

Kolumne Von

Ach, guck an, es ist wieder Montag, was man vor allem daran merkt, dass da wieder diese leere Seite auf dem Computer darauf wartet, mit Buchstaben gefüllt zu werden, was man eigentlich diesmal wirklich schon am Samstag machen wollte, aber dann war dies und das und hoppela, da isses auch schon vorbei, das Wochenende.

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Und nun gibt es ein Problem: In der FAZ erschien ausgerechnet am Montag ein langer Text von Eckart Lohse, in dem er die Frage »Ist ein Krieg in Europa wieder denkbar?« mit einem »Ja, schon« beantwortet, und außerdem habe ich mir beim Husten einen Rückenmuskel gezerrt. Wie soll man denn unter solchen Umständen, also Kriegsaussichten und Maladigkeit, kolumnieren? Es gibt schließlich viel zu bedenken, wie die Frage, was man eigentlich macht, wenn so ein Krieg ausbricht: Sitzt man dann eher still da und wartet erst mal ab oder – autsch, das mit dem zur Seite drehen war jetzt keine gute Idee, verdammt, wo waren wir? Ach ja, Krieg. Mehl soll man für den Krisenfall ein­lagern, heißt es, aber was dann tun mit dem Zeugs? Essen? Was macht man mit Mehl, außer es zum Kuchenbacken und zur Herstellung von Panade und weißer matschiger scheußlicher Sauce zu verwenden?

So geht das nicht, Bundesamt für Vorratshaltung (oder wem immer die Idee mit dem Mehleinlagern kam), ohne eine hübsche Rezeptesammlung wird das nix. Und außerdem hat Lohse ja vielleicht auch gar nicht recht, weswegen jetzt gleich auch kein Mehl eingekauft wird, sondern hübsches Bling-Bling. Und außerdem ist jetzt gar keine Zeit für Krieg, weil es doch dieses wunderschöne finnische Wort gibt: Jäätelötötterö lautet es und es bedeutet »Eis in einer Waffel« und nun muss auf der Stelle nachgeguckt werden, wie man das ausspricht. Auf forvo.com, der großartigsten Website der ganzen Welt, auf der man anhören kann, wie Worte ausgesprochen werden.