Ferien am Meer

Wie Internet mit frischer Luft

Das Medium Von

Sonne, Strand, Meer, endlich mal abschalten und vor allem aus dem Internet wegbleiben, diesem furchtbaren Ort, wo es vor Gemeinheit, Lügen und Selbstdarstellerei nur so wimmelt. Und das vor allem ein riesiger Zeitfresser ist, weil dort ja immer irgendwas passiert. Aber jetzt nicht, weil Sonne, Sand und Meer. Gut, es ist Friesland und deswegen Regen, Matsch und Meer, jedenfalls die ersten fünf Tage, allerdings ist es auch nett, durch Nieselregen zu spazieren, doch, wirklich, und guck mal, wenn man von dieser Pflanze da vorn die blattartigen Dingse herunterzieht, kann man damit klackern, haben wir als Kinder oft gemacht, nein, keine Ahnung, wie die heißt, aber nett, dass immer noch geklackert wird.

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Und dann scheint die Sonne und im Strandkorb nebenan herrscht schwerer Ehekrach (»Du meckerst immer nur, du musst endlich lernen, wie ein normaler Mensch zu sagen, was dich stört«).

Leider ist der rund zweijährige Malte vom Strandkorb rechts daneben, der gestern mit seiner Schippe den Familienhund verkloppt hat, nicht da. Vielleicht hatte der Hund genug von ihm und hat ihn heute Nacht aufgefressen, könnte ja sein.

Im Strandkorb nebenan ist man derweil dazu übergegangen, sich viele Vorwürfe zu machen, vermutlich nicht zum ersten Mal, denn die Geschichten von damals, als sie besoffen auf der Party mit dem Herrn Sowieso rumgemacht hat und er einfach eine Nacht verschwand, um mit Marlies (Name geändert) von der Arbeit – was ein Glück, da kommt Malte endlich. Kaum haben sich seine Eltern im Strandkorb niedergelassen, nimmt er sein blaues Schäufelchen und haut es Hund Alistair (Name geändert) rechts und links auf die Schnauze, woraufhin Mama und Papa großes Geschrei anstimmen und dem Gockel von zwei Reihen weiter den großen Auftritt verderben. Eigentlich ist Strand wie ­Internet, nur halt mit mehr frischer Luft.