Die Weihnachtsparty vermissen

Am Ende

Das Medium Von

Alles fertig geschrieben, nur noch schnell die Kolumne: Das ist eigentlich der schönste Moment des Winters, normalerweise, denn da beginnt das große ­Freuen auf das Nichtstun. Und auf die große Jahresendfeier der Jungle World, die in diesem Jahr natürlich ausfällt. Das ist sehr schade, denn fast alle Kollegen und Autoren zu treffen, ist für eine auch in Nichtpandemiezeiten notorische Homeofficerin immer ein Highlight, auch wenn es sich bei der notorischen Homeofficerin bedauerlicherweise um jemanden mit großen Defiziten im Gesichtererkennen und ­Namenmerken handelt, was früher, bis sich das wirklich herumgesprochen hatte, zu recht pein­lichen Momenten führte. Mittlerweile sagen die Leute unaufgefordert, wer sie sind, und dann stehen wir da und erzählen und trinken einige alkoholische ­Getränke, machen Pläne und gehen schließlich nach Hause und beginnen das große Nichtstun.

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Die Party wird aber sicher nachgeholt. Und wer weiß, vielleicht geht das auch viel schneller als gedacht, wenn sich nun – und diesmal aber wirklich – alle an die Regeln halten. Schon bald können wir dann – also »bald« im Sinne von »in wenigen Monaten« – in Restaurants und Kneipen herumsitzen. In der Zwischenzeit wäre es nett, wenn die Leser und Leserinnen über ein Abonnement dieser Zeitung nachdenken, im Gegenzug werden wir besagtes Nichtstun hin und wieder unterbrechen, um uns viele interessante Themen zu überlegen, und so hätten wir dann in diesem ausgewiesenen annus horribilis alle wenigstens etwas gewonnen.

Ansonsten verabschiede ich mich nun, angetan mit meinen schwarzen wallenden Lieblingskleid und peinlich gemusterten Kuschelsocken auf die Couch, von der ich mich nur für gelegentliche Spaziergänge zum Kühlschrank und zur Kaffeemaschine zu erheben gedenke. Habt’s auch alle gut!