Das WDR-Qualitätsversprechen

Kein bisschen lasches Fernsehen

Das Erfolgsrezept des WDR.
Die preisgekrönte Reportage Von

»Uuuuund Schnitt!« Erleichterung am Set: Die letzte Szene von »Joe Laschet – ein Leben für die Schönheit« ist im Kasten. Die 57 Millionen Euro teure Verfilmung der für den Influencer und Sohn des Ministerpräsidenten so einflussreichen Jahre 2014 bis 2018 ist das Prestigeobjekt des WDR. »Nun kann es direkt weitergehen«, freut sich Sönke Laschet, Regisseur und Produzent der Serie, die mit »Joe Laschet – ein Leben für den Stil« 2022 fortgesetzt werden soll. Noch ist die Serie nicht ausgestrahlt, die Kritiken sind jedoch bereits jetzt exzellent: Im Kölner Stadt-Anzeiger spricht die Filmkritikerin Katharina Laschet von einer »sensiblen Coming-of-Lasch-Geschichte, die auch Jugendliche einfühlsam an die faszinierende Mode- und Markenwelt von Joe Laschet heranführt«.

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Nur eines von vielen spannenden Projekten des WDR, jenes größten öffentlich-rechtlichen Senders, der zur Zeit Erfolge wie am Schnürchen produziert. Sei es »Upps! Die Entschuldigungs-Show mit Tom Buhrow«, die Talkshow »Rassismus gibt es nicht« mit Janine Kunze und Steffen Hallaschka, die Nachrichtensendung »Laschet informiert« oder die Scripted-Reality-Serie »Grüne Mörder – Tatort Hambi«, bei der echte Polizeibeamte echte Waldaktivisten vermöbeln: Die wichtigste Rundfunkanstalt Deutschlands surft elegant auf dem Zeitgeist, bedient die Bedürfnisse der Generation 60 plus ebenso wie die der Generation 70 plus oder der Generation Hitler.

Was ist das Geheimnis des WDR? »Eine gut kuratierte Mediathek«, sagt Sendersprecher Gebhard Laschet und schmunzelt. »Wir laschen alles lössen, Verzeihung: Wir lassen alles löschen, was einem qualifizierten Zuschauerpanel nicht gefällt.« Das Panel, das aus Armin Laschet, seiner Frau Susanne und dem gemeinsamen Wellensittich Hansi besteht, kann per App direkt in die Mediathek eingreifen. »Wenn das Panel zum Beispiel merkt, dass eine Doku über einen beliebten Stromkonzern die beispiellosen Niedrigpreise des Unternehmens ignoriert, dann wird die selbstverständlich eingestampft. Ohne lange Diskussion! Das ist das WDR-Qualitätsversprechen.«

Gerade ist der Sender in besonders fiebriger Erwartung: Am 18. Februar feiert Ministerpräsident Laschet seinen 60. Geburtstag. »Dafür haben wir etwas Besonderes vorbereitet: Die ersten zwölf Stunden lang läuft der Song ‚Celebrate Good Times‘ auf allen WDR-Kanälen, dann sprechen 60 mal 60 bezahlte Statisten ihre persönlichen Danksagungen für Armin in die Kamera. Was mich besonders freut: Es sind auch viele Freiwillige dabei!«

 

Aus der Urteilsbegründung: Leo Fischers preisgekrönte ­Reportagen sind in hohem Maße fiktiv. Ähnlichkeiten mit realen Personen und Geschehnissen sind unbeabsichtigt.