(K)ein Corona-Selbsttest

Stäbchen im Kopf

Das Medium Von

»Und dann nehmen Sie das Wattedingsie und schieben Sie es sich so weit in ein Nasenloch, bis Sie ans Gehirn anstupsen« – so ungefähr lautet die Anleitung des Corona-Schnelltests, den der Mitbewohner vorige Woche bestellt hat, der aber eigentlich aus 15 Schnelltests besteht, denn in diesen Zeiten kann man einfach nicht genug von dem haben, was das schändliche Treiben des Drecksvirus einzuschränken hilft.
Wenn man dann das Gehirn angestupst hat und nichts ausgelaufen ist, soll man das Wattedingsie gleich ins nächste Nasenloch stecken, sagt die Anleitung weiter. Wie genau das in der Realität funktioniert und sich vor allem anfühlt, darum wird es an dieser Stelle jedoch nicht gehen können, denn der große Plan
sieht vor, dereinst als einzige Journalistin, die keinen »Wie ich mich einmal selber auf Corona getestet habe«-Erlebnisbericht verfasst hat, in die Geschichte einzugehen.

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Aber das Zeugs, das sonst noch in den hübsch blau-weiß kolorierten, platzsparend flachen Testpäckchen drin ist, ist interessant. Es gibt ein winziges Plastikröhrchen, das sich in eine vorgestanzte Öffnung der Packung stellen lässt, um dann Testdinge damit zu tun, und eine sehr detaillierte Anleitung, in der aber bedauerlicherweise nichts darüber steht, was man machen soll, wenn das Wattedingsie sich im Gehirn verhakt hat. Andererseits reicht es vielleicht auch, den aus dem Nasenloch herausragenden sichtbaren Teil abzuschneiden, damit man wenigstens weiterhin ein hübscher Anblick ist. Und dann zu warten, bis der Rest irgendwann von selber wieder herausplumpst. Außerdem gibt es noch eine Ermahnung, dass man keinesfalls weiter bohren soll, wenn Schmerzen auftreten. Vermutlich ist das nämlich das Zeichen, dass man die Schädeldecke erreicht hat, denn das Gehirn ist schmerzunempfindlich.