Flüsterleise gegen den Wasserschaden

Wasser marsch!

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Es ist ein nettes kleines Trocknungsgerät, das nun im Flur steht und unermüdlich die vom Wasserschaden arg mitgenommene Wand bepustet. Vor allem aber ist es ein hübscher technischer Fortschritt, denn beim letzten Wasserschaden vor Jahren waren dröhnende Monster state of the art, die zudem alle soundsoviel Stunden ausgeleert werden mussten, weil sie nur eine begrenzte Menge Wasser speichern konnten. Es hatte sich allerdings auch um einen wirklich imposanten Wasserschaden gehandelt, bei dem das Wasser nicht nur gleich mehrere Wände hinunterlief, sondern -strömte, und insgesamt sehr viel Aufregung unter praktisch allen Hausbewohnern herrschte, weil niemand wusste, wo der Haupthahn war. Außer dem Hausmeister, aber der war gerade Wochen zuvor wegen genereller Unhöflichkeit entlassen worden oder hatte seinen Job wegen des unverschämten Benehmens der Verwaltung freiwillig aufgegeben. Irgendwann war aber die Feuerwehr gekommen und hatte die Fluten gestoppt, und etwas später kamen dann auch die dröhnenden Trocknungsmonster, die auszustellen eigentlich streng verboten war, aber wenn man nicht mitten in der Nacht aufstehen und deren Wasserbehälter leeren wollte, blieb einem nix anderes übrig, machten deswegen auch alle im Haus so. Das ganze Drama wurde in einer Feuilleton-Reportage in der Tageszeitung, bei der wir alle damals noch arbeiteten, aufgearbeitet, aber leider ist der Ordner mit diesen Texten irgendwohin verschwunden.

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Dafür ist der schon angesprochene technische Fortschritt da, der unter anderem darin besteht, dass das nette kleine Trocknungsgerät nur äußerst zurückhaltende Geräusche macht und sich außerdem von selber abschaltet, wenn es vollgelaufen ist. Und kurz davor einige entzückend modulierte Warntöne ausstößt, die eben nicht so penetrant sind wie die der Waschmaschine, die piepst und schrillt, wenn sie ausgeleert werden will. Und von ihrem vermutlich äußerst bösartigen Konstrukteur nicht mit einem Pieps-Abstellknopf versehen wurde.