Hach ja

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Neben der Küste, den französischen Supermärkten und den Pommes ist das Beste an Belgien natürlich, dass es nicht Deutschland ist, was sowohl die deutsche Minderheit im Land als auch die Mehrheit nebenan in Aachen jedoch immer wieder sehr verstimmt. Denn einerseits sieht es natürlich immer so schick weltläufig aus, wenn man Tüten von Delhaize und GB Maxi aus dem SUV räumt statt die von Aldi und Lidl – und den Besuch mit ausländisch bedruckten, demonstrativ in Küche und Bad verteilten Produkten beeindrucken kann.
Andererseits ist es für diese Leute natürlich ein großes Ärgernis, dass das Nachbarland mit seinen Atomkraftwerken macht, was es will. Dass man zuallererst Nachbarländer nicht mehrmals kriegerisch besetzen und anschließend nicht nennenswert entschädigen sollte, wenn man möchte, dass sie nicht arm sind, hört man in der Region jedenfalls nicht gern. Aber darum geht es ja eigentlich nicht, sondern um die Vorteile von Belgien. Zu denen gehört nämlich auch die Dreisprachigkeit, die ein wundervoller Segen ist: Nicht zu verstehen, was mindestens die Hälfte des Landes so schreibt und redet – oder zumindest so tun zu können –, ist ein echter Luxus. Vor allem dann, wenn man gerade auf der Facebook-Seite der Polizei Sachsen die Nachricht gelesen hat, dass der Terrorverdächtige von Chemnitz gefasst wurde. Und mitbekommen hat, dass einer der ersten Kommentare darunter lautete, dass davon aber noch nichts bei RTL gesagt worden sei und was denn nun stimme, die Aussage der Polizei oder die kurz zuvor noch einmal wiederholte Fahndungsmeldung beim Privatsender.
Dass die Polizei noch mehr Lügenpresse ist als das Fernsehen, ist doch eigentlich auch für Sachsen erstaunlich. Wie schön einfach es dagegen in Belgien sein muss, Knalltüten zu ignorieren, hach ja.