Nicht witzig

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Es gibt Menschen, die so dämlich sind, dass ihnen Kritik nichts anhaben kann. Unglaublich witzig fand Theo Francken ein kurzes Video, das ihn dabei zeigt, wie er sich grinsend aus einem Helikopter heraus zu einer Partygesellschaft herabschwingt und einem schwarzen Mann einen Saugnapf auf den Kopf drückt, worauf dieser fortgezogen wird. Anschließend erscheint die Texttafel »Tolerance Zero«. Francken veröffentlichte das Video Ende September auf seiner Facebook-Seite mit dem Kommentar: »Schaut einmal, was ich gefunden habe. Zero Tolerance. Das ist lustig.« Seinen kruden Sinn für Humor teilten zwar Hunderte User, doch er erntete auch heftige Kritik. Francken ist nämlich nicht irgendeine fiese weiße Grinsebacke, sondern seit zwei Jahren Staatssekretär für Asylpolitik, Migration und Vereinfachung der Verwaltung in der belgischen Regierung. Angesichts seiner politischen Ansichten erscheint aber bereits die Ressortzuteilung als schlechter Witz: Der 38jährige vertritt die separatistisch-konservative Partei Neu-Flämische Allianz (N-VA), die gegen den mehrsprachigen belgischen Bundesstaat und Migranten wettert, und er macht auch keinen Hehl aus seinen rassistischen Ansichten. Als ihm diese nun vorgeworfen wurden, empörte er sich darüber, dass »bestimmte Politiker« die »politische Korrektheit ins Extreme« treiben wollten. Das »ironische Filmchen« entfernte er jedoch von seiner Seite, aber nur, weil er »den Inhalt nicht diskutieren« wolle.
Das Video selbst ist eine bearbeitete Kurzversion eines jahrealten Werbeclips für die Diätbrause Coke Zero. Über den Kopf des Actionhelden montierte der Graphiker Roberto Salvador ein Porträt von Francken, über den Kopf des Antihelden das Gesicht eines Schwarzen. Intendiert war das Ganze offenbar als Kritik an Franckens harter Migrations- und Abschiebepolitik. Es ist nicht das erste Mal, dass dessen Gebaren für einen politischen Skandal sorgt. Kurz vor seiner Vereidigung als Staatssekretär hatte er etwa an der Feier zum 90. Geburtstag von Bob Maes teilgenommen, einem ehemaligen Mitglied der Nationalsozialistischen Jugend Flanderns, der später die 1971 verbotene rechtsextreme paramilitärische Miliz Vlaamse Militanten Orde (VMO) gründete und schließlich der N-VA beitrat. Ihn lobte Francken für seinen »demokratischen Kampf für die flämische Emanzipation«.