Das Medium - Die Zeit dazwischen

Wie Urlaub ohne Meer

Kolumne Von

Das Nette an dieser Zeit zwischen der Woche vor Weihnachten und Neujahr ist die Vorfreude, allerdings, zugegeben, nur dann, wenn man auch wirklich frei hat und nichts, aber auch wirklich gar nichts arbeiten muss. Im Prinzip handelt es sich dann um eine Art Urlaub, allerdings ohne Meer und Strand und natürlich auch ohne Sonne, was das Nichtstun aber nicht weniger schön macht. Und so kann man sich so langsam vorfreuen auf die ganzen tollen Sachen, die man dann alle machen wird, weil man kommt ja sonst zu nix, und der Stapel mit den endlich mal zu lesenden Büchern ist nun auch schon wieder so groß geworden, schau an, wobei, war er jemals klein, also gewissermaßen ein Babystapel, oder ist er nicht vielleicht doch schon voll ausgewachsen auf die Welt gekommen, vielleicht am Ende sogar schon immer da gewesen?

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Einen Abend wird man jedenfalls damit verbringen, das Buch über die Geschichte der italienischen Küche zu lesen, oh, ganz vergessen, da liegt ja auch noch »The Hard Stuff: Dope, Crime, the MC5, and My Life of Impossibilities« von Wayne Kramer, auf das man sich schon so lange gefreut hat, wie praktisch, dass nun end­lich Zeit dafür ist. Und fürs Filme- und Seriengucken, immer haben alle alles schon gesehen und man kann gar nicht mit­reden, aber jetzt wird aufgeholt, definitiv. Ha! Plus ganz viel Schönes unternommen, mit den Leuten, die man viel zu selten sieht, und natürlich auch mit denen, die man oft genug sieht.

Es ist wirklich eine wunderbare Zeit, die der Vorfreude, die jedoch bedauerlicherweise immer, immer, immer irgendwann im neuen Jahr mit dem ganz großen Rätselraten darüber endet, wo eigentlich die ganze Zeit hin ist, und vor allem, warum keine war, um endlich all die ganzen tollen Sachen zu machen, auf die man sich so lange gefreut hat.