Eine unvollständige Chronologie der an Covid-19 gestorbenen Sportprofis

Die Schwarze Liste des Sports

Während sich manche Sportstars immer noch gegen eine Covid-19-Impfung sträuben, ist weltweit bereits eine nicht genau bekannte Anzahl Athletinnen und Athleten an der Krankheit gestorben. Eine unvollständige Chronologie.

Die meisten der hier aufgeführten aktiven und ehemaligen Profis hatten keine Chance, überhaupt eine Meinung zum Thema Covid-19-Impfungen zu entwickeln – sie starben, ­Monate bevor die entsprechenden Vakzine entwickelt und zugelassen wurden. Der ukrainische Fitness-­Influencer Dmitriy Stuzhuk nahm das Virus hingegen zunächst nicht ernst, sondern fiel auf die weltweit kursierenden Verschwörungsmythen herein. Kurz vor seinem Tod erklärte er seinen Fans, dass er sich geirrt habe, und bewies damit immerhin mehr Verantwortungsgefühl als manche vor allem rechte Politiker, die sowohl im Erkrankungsfall als auch nach ­einer Genesung unverdrossen an der Lüge vom ungefährlichen Infekt festhalten.

Stephania Gómez (29) war Jiu-Jitsu-Sportlerin und eine der beliebtesten Fitness-Influencerinnen der spanischsprachigen Welt. Am 1. Juni 2021 starb sie an Covid-19.

Francisco Garcia (21). Der Nachwuchs­trainer des spanischen Fußballvereins Atlético Portada Alta in Málaga erlag am 15. März 2020 einer Infektion mit Covid-19 und einer daraus resultierenden Lungenentzündung. Er litt unter einer Vorerkrankung an Leukämie, die jedoch erst nach seiner Hospitalisierung wegen Covid-19 diagnostiziert wurde.

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Donato Sabia (56). Der dreimalige italienische Meister im 800-Meter-Lauf und zweimalige Olympia-Teilnehmer überlebte eine Infektion mit Covid-19 nicht. Er starb am 7. April 2020 im Krankenhaus von Potenza.

Shobushi Kanji (28). Kiyotaka Suetake, der unter dem Pseudonym Shobushi auftrat, war ein japanischer Sumo-Ringer, der Anfang April 2020 plötzlich Fieber und heftige Atemnot entwickelte. In ein Tokioter Krankenhaus eingeliefert, wurde bei ihm eine Covid-19-Infektion nachgewiesen. Shobushi starb am 13. Mai 2020 auf der Intensivstation an multiplem Organversagen, er war der erste Covid-19-Tote unter Japans aktiven Sumo-Ringern.

Ken Snow (50). Der Fußball-Stürmer aus Illinois begann seine Karriere im Team seiner High School und war von 1991 bis 1999 Profi bei verschiedenen US-amerikanischen Mannschaften. Snow, der nur zweimal in der Nationalmannschaft spielte, ­erkrankte im Mai 2020 an Covid-19 und verstarb am 21. Juni 2020 an den Folgen der Infektion.

Dmitriy Stuzhuk (33). Der ukrainische Fitness-Influencer hatte mehr als eine Million Follower auf Instagram, wo er nicht nur seinen durchtrainierten Körper präsentierte und diverse Trainings- und Ernährungstipps gab, sondern auch behauptete, Sars-CoV-2 existiere nicht. Während eines Türkei-Urlaubs steckte sich der ­Social-Media-Star mit der Krankheit an, deren Existenz er zuvor geleugnet hatte. Sein letzter Eintrag auf In­stagram zeigte ihn mit einer Sauerstoffmaske im Krankenhaus und dem Eingeständnis, sich geirrt zu haben. Drei Tage nach diesem Posting, am 17. Oktober 2020, verstarb Stuzhuk.

Jim Pace (59). Der Rennfahrer aus Mississippi, der unter anderem das 24-Stunden-Rennen von Daytona ­gewann und auch beim renommierten Rennen von Le Mans an den Start ging, überlebte eine Covid-19-­Infektion nicht. Er starb am 13. November 2020.

Cameron Wellington (19). Der bri­tische Nachwuchs-Wrestler aus ­Walsall in den West Midlands steckte sich im November 2020 vermutlich bei seinem Vater mit Covid-19 an. Er litt zunächst lediglich unter Atemnot, die dann jedoch immer schlimmer wurde. Nachdem er ins Krankenhaus gebracht worden war, musste er intubiert und künstlich beatmet werden. Nur zwei Tage nach seiner Diagnose, am 19. November 2020, starb der junge Mann im Koma.

Renê Weber (59). Der Urenkel eines deutschen Auswanderers aus dem Elsass wurde mit dem brasilianischen Club Fluminense Rio de Janeiro 1984 brasilianischer Fußballmeister und trat zehn Mal mit der brasilianischen Olympiamannschaft an. Weber infizierte sich im November 2020 mit Covid-19, wurde Anfang Dezember mit schweren Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert und starb am 16. Dezember.

Gert Unterköfler (53). Der österreichische Hobbysportler, Triathlet und Geschäftsführer des Sportparks Klagenfurt (Wörthersee-Stadion) steckte sich Anfang November 2020 mit Covid-19 an und erlag am 21. November 2020 dieser Erkrankung.

György Handel (61). Der ungarische Fußballstürmer, der in den achtziger Jahren für MTK Budapest 32 Tore schoss und für Győri ETO FC 29, starb nach wochenlanger künstlicher ­Beatmung am 16. Januar 2021 an Covid-19.
Danial Jahić (41). Der serbische Leichtathlet und Olympionike hielt mit 8,02 Metern 20 Jahre lang den serbischen Rekord im Hallenweitsprung. Am 19. Januar 2021 erlag der Athlet Sars-CoV-2.

Mehrdad Minavand (45). Der iranische Mittelfeldspieler und Links­verteidiger spielte 68 mal in der Fußball-Nationalauswahl seines Heimatlandes, wurde in Österreich mit dem Club SK Sturm Graz österreichischer Meister und gewann den österreichischen Cup sowie Supercup. 2001 wurde Minavand vom damaligen Sturm-Graz-Präsident Hannes Kartnig gefeuert und rassistisch beleidigt (»wenn schon einen Perser, dann einen Teppich«). Nach seiner Rückkehr in den Iran war Minavand eine Zeit lang als Popsänger recht populär. Am 27. Januar 2021 starb er an einer Covid-19-Infektion.

Dave Egerton (59). Der britische Rugby-Spieler aus Middlesex spielte von 1988 bis 1990 in der englischen Nationalmannschaft und war von 1985 bis 1995 bei dem Club Bath Rugby als Profi aktiv. Egerton starb nur zwei Tage, nachdem er mit akuter Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden war, am 8. Februar 2021.

István Turu (58). Der dreifache ungarische Meister im Leichtgewicht-­Boxen, Olympiateilnehmer und spätere Trainer für die ungarische Boxmannschaft erlag am 15. Februar 2021 einer Covid-19-Infektion.

Diána Igaly (56). Die ungarische Sportschützin war eine der erfolgreichsten im Skeet (Tontauben­schießen, Wurfscheibenschießen). Schon 1991 Europameisterin sowie 1998 und 2002 Weltmeisterin, krönte sie ihre Karriere bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen mit einer Goldmedaille. Igaly infizierte sich im März 2021 mit Covid-19 und starb am 8. April.

Arif Keskin (24). Im April 2021 ließ der deutsche Profi-Gamer (E-Sport-Name »Next1«) seine Fans wissen, dass er sich nicht wohlfühle. Keskin spielte beruflich den Shooter »Rainbow Six Siege« und hatte Hunderttausende Follower. In seiner letzten Nachricht an die Fangemeinde berichtete Keskin von einem Krankenhausaufenthalt und dass es ihm den Umständen entsprechend gut gehe. Danach herrschte Funkstille, denn »Next1« kämpfte auf der Intensivstation um sein ­Leben. Er verlor den Kampf gegen Covid-19 am 23. Mai 2021.

Stephania Gómez (29). Als eine der beliebtesten Fitness-Influencerinnen der spanischsprachigen Welt inspirierte die Jiu-Jitsu-Sportlerin Millionen. Gómez spielte auch in der in Mexiko höchst populären Reality-Show »Exatlón México« mit, in der Teams in teils extremen Sportbe­werben gegeneinander antreten. Am 1. Juni 2021 verlor die junge Frau ­ihren letzten Kampf, den gegen Covid-19.
Sergej Schewtschenko (45). Schewtschenko begann seine Fußballkarriere in der Sowjetunion und war später in mehreren, meist russischen Teams als Spieler und später als Trainer ­aktiv. Am 20. Juni 2021 starb er an Covid-19.

Waldir Lucas Pereira (39). Von 2004 bis 2008 spielte der Brasilianer Pereira für den französisch-korsischen Fußballverein AC Ajaccio, derzeit in der Zweiten französischen Liga. Bis 2012 kickte er in Südkorea, Katar und Griechenland, bevor er schließlich nach Brasilien zurückkehrte und für den Série-B-Verein Ponte Preta arbeitete. Pereira verstarb am 20. Juni 2021 an den Folgen einer Covid-19-Infektion. Der AC Ajaccio schloss seinen Nachruf auf ihn mit der korsischen Trauerformel »Orsu pà sempri«.