09.10.2017 / 14:08 Uhr

Libyen: Die Folgen europäischer Flüchtlingspolitik

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In der libyschen Hafenstadt Sabrata sind Tausende Migranten in Lagern entdeckt worden. Mehr als 4.000 Menschen seien an verschiedenen Stellen in der Küstenstadt Sabrata westlich von Tripolis eingepfercht gewesen, unter ihnen Schwangere und Kinder, sagte Saleh Graisia, der Sprecher der gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" kämpfenden Truppe Operation Room. Er warf der Al-Ammu-Miliz vor, die Migranten festgehalten zu haben, um sie später über das Mittelmeer zu schleusen.

Das Pikante daran: Die Al-Ammu-Miliz will den Menschenschmuggel eigentlich bekämpfen. Das hat sie zumindest im Sommer mit der italienischen Regierung vereinbart. Die italienische Regierung schloss ein Abkommen mit zwei einflussreichen Milizen an der libyschen Küste, der Al-Ammu-Miliz und der Brigade 48. Sie erhielten Geld und logistische Unterstützung. Die Al-Ammu-Miliz, die nach eigenen Angaben aus 500 bis 600 Kämpfern besteht, versprach im Gegenzug dafür zu sorgen, dass keine Boote mit Migranten mehr von der Küste ablegten – ein höchst umstrittener Deal, der Menschenschmuggler zu Küstenwächtern machte.

Quelle

Siehe auch: Italian effort to stop migrants fuels bloody battle in Libya