Das BSW setzt seine Talfahrt fort. Vorläufiger Tiefpunkt ist der Rausschmiss aus der Regierungskoalition in Brandenburg. Zuvor haben hochrangige Funktionsträger Partei und Fraktion verlassen. Die Übriggebliebenen wittern Verrat und sogar einen Putsch.
Die AfD streitet weiter über die Wehrpflicht. Gegen Krieg und Militär an sich ist in der Partei natürlich niemand, in der Auseinandersetzung zeigen sich andere Grundkonflikte der extremen Rechten.
Beim Bündnis Sahra Wagenknecht kriselt es an allen Ecken und Enden. Die Namensgeberin hat kurz vorm Bundesparteitag ihren Rückzug vom Parteivorsitz angekündigt. Derweil beschäftigen interne Machtkämpfe die Landesverbände.
Nach den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen freut sich, wer eigentlich kaum Grund zur Freude hat. CDU und SPD etwa geben sich trotz historisch schlechter Ergebnisse optimistisch. Auch die Grünen glauben, den Vormarsch der AfD aufgehalten zu haben. Doch das Ruhrgebiet, einst eine sozialdemokratische Hochburg, nähert sich ostdeutschen Verhältnissen an.
Trotz des historisch schlechten Ergebnisses bei der Bundestagswahl regiert die SPD mit – und tut so, als wäre nichts passiert. Sie verabschiedet sich immer weiter von sozialdemokratischer Politik und nimmt damit die Abkehr und Entfremdung weiter Teile ihrer einstigen Wählerschaft in Kauf.
Das BSW kann sein Image als Anti-Establishment-Partei nicht mehr aufrechterhalten. Nach anfänglichen Erfolgen bangt die Partei nun um den Einzug in den Bundestag und verliert prominente Parteimitglieder.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht wird autokratisch geleitet: Trotz erster Parteiaustritte ist weiterhin parteiinterne Demokratie unerwünscht. Der Bundestagswahlkampf ist voll und ganz auf die große Führerin zugeschnitten.
Der SPD-Vorstand hat lange gezögert, eine Entscheidung über den Kanzlerkandidaten zu treffen. Nun aber wird der Wahlkampf auf den amtierenden Kanzler Olaf Scholz zugeschnitten.
Der Konflikt zwischen der BSW-Parteiführung und der BSW-Landesvorsitzenden in Thüringen, Katja Wolf, ist nur vertagt, nicht gelöst. Dabei verfügt der Bundesvorstand über Mittel, um den Thüringer Landesverband auf Linie zu bringen, die es so in keiner anderen deutschen Partei gibt.
Erst hat sich der Bundesvorstand der deutschen Grünen verabschiedet, dann folgte der des Jugendverbands. Die Mitglieder des Letzteren treten sogar aus der Partei aus und verzichten damit auf eine verheißungsvolle Karriere.
Bemerkenswert spät in der Menschheitsgeschichte kommt die Idee des Pazifismus auf. Anstelle von Krieg propagiert Pazifismus Verhandlungen und Diplomatie, bisweilen auch passiven Widerstand. Durch die Friedensbewegung der siebziger und achtziger Jahre wurden diese Gedanken in der Öffentlichkeit populär und erfreuen sich in Deutschland noch immer großer Beliebtheit. Derzeit sind im Zuge des Kriegs in der Ukraine vielfach Stimmen zu hören, die jegliche militärische Unterstützung des angegriffenen Landes ablehnen. Mehrheitsfähig ist das jedoch bislang nicht. Ein Auszug aus dem Buch »Pazifismus – ein Irrweg?«
Die Zahl Minderjähriger bei der Bundeswehr steigt. Dabei hatte die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, nur noch Volljährige an der Waffe ausbilden zu lassen.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht erlebt derzeit ein Umfragehoch, hochrangige CDU-Politiker erklärten, sie könnten sich eine Koalition mit dem BSW auf Länderebene vorstellen. Doch erste Austritte zeigen, woran die Partei scheitern könnte.
Bei der Linkspartei ist jetzt Zweckoptimismus angesagt. Doch viele altbekannte Konflikte werden mit der Abspaltung der Wagenknecht-Gruppe nicht einfach verschwinden.