Das Medium

Mode mit Eigenleben

Unsere Kolumnistin und ihr rotes Kleid gehen fortan getrennte Wege.

Man kann sich ja nun nicht von einem in Teilen dysfunktionalen Notebook davon abhalten lassen, in den Urlaub zu fahren, deswegen endeten die hochambitionierten Rettungsversuche damit, dass sicherheitshalber zwei Notebooks mitfuhren, was einerseits okay ist, und andererseits ein bisschen blöd, weil beide batteriegestört sind und nur arbeiten, wenn sie an Strom angeschlossen sind.

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Ansonsten ist hier in Norwegen Hochsommer, mit Waldbrandgefahr und Tropennächten und mittags bei 32 oder manchmal mehr Grad auf der Terrasse frühstücken und abends ewig draußen sitzen und den Temperaturen beim Nichtsinken zugucken – also alles so wie voriges Jahr. Dazu kommen schwer zu entscheidende Fragen: Fahren wir an den See oder doch lieber ans Meer? Das rote Kleid anziehen oder das türkise?

Das rote Kleid ist bei einem der Ausflüge ans Meer übrigens verschwunden, unter unglücklichen Umständen, denn eigentlich sollte es angezogen werden, aber dann passte das türkise doch besser zu den türkisen Flip-Flops und dem türkisen Nagellack und dann war dies und das und irgendwie entstand Chaos und das schöne Kleid nutzte die Umstände aus, um aus der Strandtasche zu gleiten und ein neues Leben auf dem eigentlich recht hübschen Parkplatz am Meer zu beginnen.

Traurig, aber nicht so traurig wie das, was Laksfors widerfuhr, einem Fjord ganz oben im norwegischen Norden, die nur einen einzigen Tag lang stolz darauf sein konnte, den norwegischen Hitzerekord aufgestellt zu haben, was sehr wichtig gewesen wäre, wie der Bürgermeister einer Anliegergemeinde erklärte, wegen endlich mal in den Schlagzeilen sein und so. Aber dann nahmen die Staatsmeteorologen Laksefjord den schönen Rekord wieder weg, was ­immerhin Aufmacher in den norwegischen Rundfunknachrichten wurde, aber trotzdem, Rekord wäre schöner gewesen.