Der Fußballstar Anelka und seine Freundschaft mit Dieudonné

Anelkas Absturz

Der ehemalige Weltstar Nicolas Anelka findet nicht einmal mehr in der algerischen Fußballliga einen Job. Der Grund: seine Freundschaft mit Dieudonné.

Von Uli Krug
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Es wird eng und enger für Frankreichs Ex-Europameister und Alt-Stürmerstar Nicolas Anelka; Pressemeldungen der vorigen Woche war zu entnehmen, dass nicht einmal beim algerischen Fußball-Erstligisten Nasr Athletique d’Hussein-Dey mehr Platz für den derezeit vereinslosen Kicker ist, dessen Charakter und Auftreten mit Begriffen wie enfant terrible deutlich zu freundlich umschrieben wäre. Dabei spielte der jetzt 35jährige Anelka früher für die ganz großen Vereine wie Real, Arsenal oder Chelsea und ist nun nach den Bestimmungen des algerischen Verbandes zu alt, um als ausländischer Spieler in der sportlich maximal zweitklassigen Liga Profi werden zu dürfen.
Ein sportlicher Absturz sondergleichen liegt also hinter Anelka – und der hat nur ganz am Rande mit dessen fortgeschrittenem Fußball­alter zu tun. Um es kurz zu machen: Anelka ist überzeugter Islamist – er konvertierte 2004 in den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Islam und nahm privat den Namen Bilal Abdul Salam ­an – mit Neigung zu indiskutabler Wortwahl, arrogantem Auftreten und antisemitischen Gesten. Bis März 2014 blieben seine diesbezüglichen Eskapaden einigermaßen folgenlos, obwohl Anelka beispielsweise 2010 bei der WM in Südafrika seinen Trainer Raymond Domenech öffentlich mit den Worten »Lass dich in den Arsch ficken, dreckiger Hurensohn« bedachte und mit anderen Islam-Konvertiten wie Ribéry und Abidal danach einen Mannschaftsaufstand der beleidigenden Leberwürste inszenierte.
Im Winter 2013/14 aber war das Maß übervoll: Bei einem Spiel seines damaligen Klubs, des englischen Erstligisten West Bromwich Albion, gegen West Ham United zeigte Anelka als Torjubel den Quenelle-Gruß. Zur Verteidigung dieser an den Hitlergruß angelehnten Geste sagte der Stürmer, damit seinen Freund, den antisemitischen Komiker Dieudonné, gegrüßt zu haben; Anelka wollte damit auch seine »Gegnerschaft zum System« ausdrücken, wie er hinzufügte. Das gefiel nun dem WBA-Trikotsponsor Zoopla gar nicht; die Unterstützung für den Verein wurde eingestellt. Dieser reagierte schließlich und warf Anelka im März 2014 raus. Dessen Weg führte über den indischen Club Mumbai City jetzt eben in die Vereins­losigkeit. Bedauerlich muss man das wahrhaft nicht finden.