Die Verhütungspille für den Mann könnte bald marktreif sein

Raus aus der selbstverschuldeten Fruchtbarkeit

Immer wieder gibt es Meldungen über die Entwicklung einer Anti­baby­pille für den Mann. Dass diese noch nicht marktreif ist, liegt unter anderem an den Geschlechterverhältnissen.

Das Datum war wegen seines Symbolgehalts gut gewählt. Am 8. März verkündete die indonesische Universität Airlangga, dass sie die Erforschung ­eines oralen Präparats zur männlichen Empfängnisverhütung erfolgreich abgeschlossen habe. Dies wäre die weltweit erste zur Marktreife gekommene Pille zur männlichen Kontrazeption, die in wenigen Jahren sogar in Massenproduktion gehen könnte. Die Anwendung der sogenannten Pille für den Mann scheint einfach und ihre Effektivität vergleichbar mit den Hormonpräparaten, die Frauen nun schon seit den sechziger Jahren verwenden.

Das Interesse der asiatischen Staaten ist kein feministisches, für sie ist Geburtenkontrolle Staatsräson. Primär geht es um Armutsbekämpfung mit anderen Mitteln.

Beim Phänomen der Pille für den Mann geht es aber um mehr als um eine weitere Tablette zur Verhütung unerwünschter Schwangerschaften. Dies wird auch in der recht euphorischen Berichterstattung über das indonesische Präparat deutlich, derzufolge das Produkt allerdings schon seit einigen Jahren hätte her­ge­stellt werden können und sollen. 2014 frohlockte etwa die Global Post, die aus Pflanzenblättern gewonnene Substanz berge das Potential, menschliche Sexualität zu transformieren. Coconuts Jakarta prophezeite, in Indonesien werde in Kürze eine Pille produziert, die die Welt verändern werde. Dass die Universität die Fertigstellung eines Kontrazeptivums für Männer am internationalen Frauentag bekanntgab, verwundert kaum. Schließlich geht mit der Pille die Hoffnung einher, dass Männer Verantwortung in Sachen ­Familienplanung über­nehmen und so die bis­lang verbreitete weibliche Zuständigkeit für Verhütungsfragen ihre Selbst­ver­ständ­lichkeit verliert. Diese zeigt sich eindrücklich in dem Umstand, dass es beispielsweise in Deutschland über 50 Präparate zur hormonellen Empfängnisverhütung für Frauen gibt, Studien zu vergleichbaren Pillen für Männer aber mit dem Verweis auf Nebenwirkungen abgebrochen wurden, die auf jedem der 50 Beipackzettel der hormonellen Kontrazeptiva für Frauen zu finden sein dürften.

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Die Entwicklung eines oral einnehmbaren Präparats zur männlichen Empfängnisverhütung ist in der Tat ein Novum. In dieser Sache hat sich nämlich seit 1930, also der Erfindung des Latexkondoms, nicht mehr viel getan. Das Kondom ist zwar bei korrekter Anwendung sehr sicher und schützt überdies vor diversen Geschlechts­krankheiten. Jedoch erweist sich die korrekte Anwendung oft als schwierig und es ist bei den Anwendern nicht besonders beliebt. Eine weitere zuverlässige Möglichkeit männlicher Empfängnisverhütung stellt die Vasektomie, also das Durchtrennen der Samenleiter, dar, sie ist jedoch wegen der Wahrscheinlichkeit der Irreversibilität nur für Männer attraktiv, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben. Ein chemisches Präparat zur männlichen Empfängnisverhütung gibt es bisher nicht. Gemessen am Stand der Produktivkräfte sind die derzeitigen Methoden antiquiert. Neben Vasektomie und Kondom bleiben dem Mann lediglich primitive Formen der Empfängnisverhütung: Coitus interruptus, also das Unterbrechen des Geschlechtsverkehrs vor dem Samenerguss, oder Abstinenz. Noch im 21. Jahrhundert bleibt das männliche Geschlecht auf mechanische und chirurgische Methoden zur Empfängnisverhütung angewiesen – und leistet sich somit eine recht eigensinnige Art der Naturverfallenheit.

Ein chemisches Präparat zur Empfängnisverhütung für Männer gibt es bisher nicht. Neben Vasektomie und Kondom bleiben dem Mann lediglich primitive Formen der Verhütung: Coitus interruptus oder Abstinenz.

Bisherige Versuche, ein hormonelles Präparat zur männlichen Empfängnisverhütung bis zur Marktreife zu entwickeln, meist eine Kombination aus ­Tablette und Injektion, wurden abgebrochen: 2007 bekannten Bayer AG und Organon, dass sie die Forschungen an der Antibabypille für den Mann eingestellt hätten. 2011 brach die WHO eine zweijährige Studie zu einem hormonbasierten Verfahren ab, weil 16,9 Prozent der Probanden über Nebenwirkungen wie Depressionen geklagt hatten. Eine Placebo-Gruppe gab es nicht, den Medizinern zufolge seien depressive Verstimmungen aber erwartbar gewesen. Wie bei der Antibabypille für die Frau greifen solche Mittel in den Hormonhaushalt des Mannes ein: Sie minimieren die Spermienproduktion, bis er praktisch unfruchtbar ist. Die Wirkung tritt bei solchen Verfahren erst nach längerer Zeit ein und die Forschung ist relativ teuer.

Die Gesundheitswissenschaftlerin und Geschlechterforscherin Nelly Oudshoorn hat dem unvollendeten Projekt einer hormonellen Pille für den Mann bereits 2003 ein ganzes Buch gewidmet. Sie fragt darin, warum trotz der in den frühen Siebzigern nach­ge­wie­senen technologischen Machbarkeit männlicher Hormonpräparate bislang keine solche Pille entwickelt worden sei. Prominente Stimmen aus Medizin und Wissenschaft bestätigen den Verdacht der Geschlechterforschung, dass dies nicht auf technische oder bio­logi­sche Gründe zurückzuführen ist. So konstatierte etwa Carl Djerassi, der Entwickler der ersten Antibabypille für die Frau, resigniert, die großen Pharmakonzerne interessierten sich nicht für die Pille für den Mann. Die Pharmaindustrie sei zurückhaltend, weil die ohnehin langjährige und kostenintensive For­schung an einem Präparat für Männer möglicherweise zu einem Umsatzeinbruch bei der Antibabypille für die Frau führen könnte – ein Markt mit einem Umsatz von 13 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Das macht die Pille für den Mann be­triebs­wirtschaftlich gesehen unrentabel.

Zwar werden die herkömmlichen Verhütungsmittel von ihren potentiellen Nutzern als so unzureichend an­ge­sehen, dass einer in Human Reproduction veröffentlichten repräsentativen Studie von 2005 zufolge 50 bis 70 Prozent der Befragten in Europa, Nord- und Süd­amerika, Australien und Asien bekundeten, neue Methoden zur männlichen Empfäng­nisverhütung anwenden zu wollen. Jedoch müsste dem Deutschen Ärzte­blatt zufolge ein solches Verhütungsmittel höchsten Standards genügen – mit anderen Worten macht das Anforderungsprofil für ein solches Präparat die Frage der männlicher Verhütung bis dato zu einer rein theoretischen. Ein neues Verhütungsmittel sollte dem Ärzteblatt zufolge keine unerwünschten Nebenwirkungen – insbesondere auf die Virilität – haben, umstands­los wirken, hundertprozentig sicher sein, voll reversibel und überdies kostengünstig. An Rentabilität, die immer in Beziehung zu Anwendern und Studienteilnehmern errechnet wird, mangelt es also, weil die Kaufkraft jener Männer die Investition in Entwicklung und Materialkosten nicht übersteigen würde.

Der latent vorhandene männliche Wunsch nach neuen Methoden zur Kontrazeption setzt sich vor allem deshalb nicht in politische Forderungen um, weil des Mannes liebstes Verhütungsmittel immer noch das Verantwortungsbewusstsein seiner Partnerin ist. Schließlich kann er sich darauf verlassen, dass es ihr – von den Anstrengungen der Schwangerschaft und Geburt einmal abgesehen – dank der meist weiblichen Verantwortung für Haushalt und Kinderaufzucht nicht an Motivation zur Verhütung mangeln wird. Der UN zufolge verhüteten 2015 weltweit 60 Prozent der Frauen in heterosexuellen Beziehungen mit der Pille oder einem anderen modernen Verhütungsmittel, nur acht Prozent verließen sich darauf, dass ihr Partner ein Kondom verwendete. Während die Frauenbewegung die Entwicklung der Antibabypille unterstützte – rein markt­wirtschaftlich ging es also auch hier nicht zu –, verharrt der Mann in einem Status selbstverschuldeter Fruchtbarkeit. Statt sich für ein modernes männliches Kontrazeptivum einzusetzen, das ihm eine bequeme Kontrolle über seine Reproduktionsfähigkeit ermöglichen könnte, verübelt er seiner Partnerin die ihr von ihm aufgezwungene Machtposition. Statt öffentlich für ein neues Präparat einzutreten, ereifern sich Maskulinisten lieber über jene Frauen, die ausgerechnet ihnen ein Kind anhängen wollten, um sie an sich zu binden oder ihnen zumindest den bekanntlich ja nicht gerade üppigen Unterhalt abzupressen. So gab 2015 der britische Telegraph ausgerechnet dem Feminismus eine Mitschuld am dürftigen Entwicklungsstand männlicher Kontrazeptiva: Feministinnen wollten die Macht, die die Kontrolle über die Reproduktion der Gattung mit sich brächte, für sich behalten.

Ein Manifest für neue Kontrazeptiva für Männer kam 2016 entsprechend nicht aus einer sozialen Bewegung, sondern von einem medizinischen Fachkongress des »International Consortium for Male Contraception«. Die Entwicklung, so heißt es dort, »zuverlässiger, reversibler und kostengünstiger männ­licher Kontrazeptiva« sei wichtig, um »Millionen von sexuell aktiven Männern« eine Teilhabe an der Familienplanung zu ermöglichen und die reproduktive Gesundheit von Paaren zu verbessern. Mit dem hier formulierten Ziel einer marktreifen Entwicklung bis 2026 appellierten die Verfasser an Pharmaindustrie und Gesundheitsbehörden. Ahnend, dass dies nicht aus­reichen könnte, plädieren sie jedoch – diese Notwendigkeit habe die Geschichte der Pille für die Frau gezeigt – für die Unterstützung von »Initiativ- und Interessengruppen als Vorkämpfer für männliche Kontrazeption«. Bisher ist jedoch keine politische Bewegung in Sicht, weshalb selbst das im Manifest anvisierte Ziel einer Entwicklung moderner Kontrazeptiva für Männer bis 2026 zumindest für Europa und die USA utopisch klingt.

Nicht zufällig werden Fortschritte bei der Erforschung männlicher Kontrazeptiva nicht aus den USA oder Europa vermeldet, sondern Präparate wie das eingangs erwähnte kommen aus den bevölkerungsreichen Staaten Asiens. Gerade in China, Indien und Indonesien, dem viertbevölkerungsreichsten Land der Welt, wird mit Hochdruck nach Mitteln zur männlichen Empfängnisverhütung geforscht. Das Interesse der asiatischen Staaten ist kein feministisches, für sie ist Geburtenkontrolle Staatsräson. Primär geht es um Armutsbekämpfung mit anderen Mitteln, sekundär um die ökologischen Risiken eines ungebremsten Bevölkerungswachstums. Wenn die Ankündigung zum 8. März auch suggeriert, dass es um Geschlechter­gerechtigkeit oder geteilte Verantwortung gehe, so jedenfalls nicht als Selbst­zweck, sondern im Dienste des Staates wie der Umwelt.

Während beispielsweise in den USA 2017 der gelungene Test einer minimalinvasiven Vasektomie an Affen mittels eines Präparats namens Vasalgel als Erfolg gefeiert wird, befinden sich diesbezügliche Studien in Indien bereits in der klinischen Phase 3, werden also bereits erfolgreich an Menschen getestet. RISUG, kurz für reversible inhibition of sperm under guidance, ist eine Methode, bei der ein Kunststoffgel in den Samenleiter gespritzt wird, in dem dieses dann zeitweise – bis zu zehn Jahre – die durchfließenden Spermien derart demoliert, dass sie für eine Befruchtung ungeeignet sind. Bei männlichen Affen und Menschen verhütet diese Methode zwar mit 98 Prozent überaus sicher, jedoch bereitet derzeit noch die Reversibilität Probleme. Anwenderfreundlich wäre diese Methode, weil nur ein Gang zum Arzt genügt und unliebsame Nebenwirkungen größtenteils ausbleiben. Die Forschung an RISUG gilt nach der am eingangs erwähnten indonesischen Präparat als die am weitesten fortgeschrittene. In Indien soll es noch 2017 als günstige, allerdings bis dato irreversible Vasektomie zugelassen werden. Große Pharmakonzerne interessiert der indische Markt allerdings wenig, auch die Forschungen in den USA werden von einer Non-Profit-Organisation durchgeführt.

Die indonesischen Forschungen an der Pille für den Mann begannen an der Universität Airlangga bereits 1985, als Forscher auf die Praxis indigener Männer in Sentani auf Papua aufmerksam wurden, die Blätter der heimischen Pflanze Justicia gendarussa als Verhütungstee aufbrühten. Die drei ­klinischen Studien, die zwischen 2010 und 2012 an Menschen durchgeführt wurden, zeugen von einer herausragenden Verhütungsrate von annähernd 100 Prozent. Das pflanzliche Verhütungsmittel greift nicht in den Hormonhaushalt der Anwender ein, sondern beeinflusst über ein Enzym lediglich die Beweglichkeit der Spermien, wodurch diese nicht mehr in Eizellen eindringen können. Die Anwendung ist wesentlich flexibler und benutzerfreundlicher als bei Hormonpräparaten: Ihre Wirksamkeit entfaltet die Pille bereits eine Stunde nach der Einnahme, bereits ­einige Tag nach Einnahmestopp soll die reguläre Zeugungsfähigkeit wieder­hergestellt sein. Das Präparat soll täglich eingenommen werden, die mög­lichen Nebenwirkungen beschränkten sich auf leichte Gewichtszunahme und leicht erhöhte Libido. Der Erfinder der Pille, Bambang Prajogo, sieht darin eine potentielle Konkurrenz zu Viagra.
Mit ein bisschen Glück, frohlockte die indonesische Behörde für Familienplanung bereits 2011, könne das Produkt im kommenden Jahr bereits auf dem Markt sein. Ein staatliches Pharmaunternehmen wurde mit der Produktion beauftragt, doch der Termin der Markteinführung wurde ohne ersichtliche Gründe von Jahr zu Jahr verschoben, bis es 2016 still wurde um das Präparat. Mit der eingangs erwähnten Pressemitteilung von 2017 deutet sich nun an, dass privates Kapital durchaus Interesse an männlicher Empfängnisverhütung haben könnte. Die Universität Airlangga gab an, einen Vertrag mit dem Pharmakonzern PT Harsen Laboratories unterzeichnet zu haben. Der Unternehmenleiter Haryo Seno hält das pflanzliche Mittel der Zeitung The Australian zufolge für einen Durchbruch in der Kontrolle der Weltbevöl­kerung. Auch wenn die Bekundung seiner Firma, das Mittel nicht nur in In­donesien, sondern der ganzen Welt zu vermarkten, aus werbestrategischen Gründen nachvollziehbar ist, bleibt nicht nur angesichts der bisherigen Geschichte männlicher Empfängnisverhütung Vorsicht angebracht. Aus der von der Universität ­Airlangga am internationalen Frauentag herausgegebenen Meldung wird nämlich deutlich, dass das Medikament erst noch einen abschließenden zwölfmonatigen Versuch der indonesischen Behörde für Nahrung und Medikamente durchlaufen muss. Die Universität geht deshalb davon aus, dass die Pille in Indonesien in anderthalb Jahren vermarktet werden kann; The Australian spricht von frühestens 2020. Für Eu­ropa und die USA müsste das Präparat zusätzliche zulassungs- und patentrechtliche Hürden nehmen, weshalb sich die hiesige Männerwelt wohl noch eine weitere Dekade mit herkömmlichen Me­thoden arrangieren muss.

Ganz dem Markt will man in Indonesien die Verhütung trotz des neuerdings erwachten Kapitalinteresses an der Pille für den Mann nicht überlassen. Im bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt ist die Sexualmoral rigide und das Ressentiment gegen sexuelle Freizügigkeit groß. Islamisten träumen von der Einrichtung eines Kalifats und lehren die muslimische Jugend, dass Geburtenkontrolle westliches Teufelszeug sei. Der Gebrauch von Kondomen ist mit dem Stigma sexueller Promiskuität behaftet. Laut Professor Bambang sind Präservative in Indonesien noch unbeliebter als im weltweiten Durchschnitt – nur 3,5 Prozent der Paare verhüten hier mit Kondomen. Bambang hält es deshalb für ratsam, das neue Verhütungsmittel zunächst über staatliche Familienplanungsorganisationen an die Bevölkerung abzugeben und dies mit Aufklärungsprogrammen zu verbinden. Sollte dies gelingen, könnte die Pille hier eine Möglichkeit sein, Männer trotz der Vorbehalte gegenüber Kondomen an der Verhütung zu beteiligen – eine Möglichkeit, die sicher auch für andere Staaten von Interesse ist.

Sollten auch jene Gesellschaften, die die sexuelle Revolution zwar bereits hinter sich haben, aber gemessen am Stand der Produktivkräfte in Sachen männlicher Empfängnisverhütung als Entwicklungsländer bezeichnet werden müssen, in einer fernen Zukunft in den Genuss eines modernen Verhütungsmittels für Männer kommen, dann würde dies auch dort eine stärkere männliche Beteiligung an der Verhütung ermöglichen. Insbesondere Frauen in stabilen Beziehungen könnte das entlasten. Dass Verhütung dann ganz zur Männersache wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Denn die meisten Männer werden sich in absehbarer Zukunft ebenso wenig paritätisch an Haus- und Erziehungsarbeit beteiligen, wie sie ihren Nachwuchs auszutragen und zu gebären in der Lage sind – die großen Pharmakonzerne müssen sich also keine großen ­Sorgen machen, dass es durch ein Mittel zur männlichen Verhütung zu gravierenden Umsatzeinbrüchen bei der Antibabypille für die Frau kommt.

Im Manifest für männliche Kontrazeptiva heißt es entsprechend vorsichtig, die männliche Kontrazeption könne Paaren zwar neue Möglichkeiten er­öffnen, weibliche Methoden aber nicht ersetzen. Damit dürfte sich auch die Pharmaindustrie arrangieren, zumal sie mit einem Verhütungsmittel für Männer völlig neue Märkte nicht nur in Asien erschließen kann. Auf die Werbekampagnen für Junggesellen und notorische Kinderhasser darf man sich schon freuen. Nicht zu vernachlässigen sind auch jene Paare, die aus ­gegenseitigem Misstrauen doppelt verhüten. Als wahre Goldgrube dürfte sich die langfristige Kundschaft herausstellen: jene ewig virilen Herren, die ja nicht nur bis ins hohe Alter zeugungsfähig, sondern auch um ihre ­Libido stets besorgt sind.

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