Die Sorgen der Hamburger Kleingärtner

Nicht auf meiner Scholle

Raucherecke Von

Vertreter der AfD sind nicht gekommen, die übrigen in der Hamburger Bürgerschaft vertretenen Parteien schon. Am 23. Februar soll die nächste Bürgerschaftswahl stattfinden. Die Kleingärtner von der Initiative »Apfelbaum braucht Wurzelraum« hatten für den vergangenen Donnerstag in eine Schule im Bezirk Altona eingeladen. Etwa 200 Weißhaarige sind der Einladung gefolgt. Sie treibt die Angst um, dass ihre Kleingärten Wohnungen und Schulen weichen müssen. Wenn der Deckel über den Tunneln der Autobahn A7 fertig ist, sollen sie dort Ausgleichsparzellen erhalten. Doch die Sorge der Kleingärtner bleibt. Das Stadtklima sehen sie in Zeiten des Klimawandels in Gefahr. Alte Bäume, Insekten und Vögel könnten verschwinden. Der Vertreter der Linkspartei kann die Gärtner verstehen. Er ziehe bald in die »Neue Mitte Altona«, ein Neubaugebiet am Bahnhof ­Altona, und sei schockiert über die enge Bebauung. Grün? Fehlanzeige. Um rund 20 000 im Jahr übersteige die Zahl der Zuzügler die der Fortgezogenen in der Hansestadt, rechnet der Vertreter der SPD vor. Darüber freuen sich die Politiker aller fünf Parteien – gestehen aber ein, dass sie bei den Neubaugebieten die nötigen Schulen vergessen haben. In Altona fehlen mindestens zwei Schulen. Sie sollen dort entstehen, wo sich zurzeit Kleingärten befinden. Gebaut werden sollen sie auch nach Meinung der Gärtner, aber eben woanders. Vielleicht auf dem Autobahndeckel. Ein Redner preist Städte wie Torgau und Meißen in Sachsen an. Er sei dort im Sommer mit dem Rad gewesen. Dort könne man gut leben, aber die Menschen zögen weg. Die Verstädterung, so die Meinung im Saal, könne nicht so weitergehen. Die Politiker pflichten bei. Sie wollen ländliche Regionen stärken. Der Abgeordnete der Grünen empfiehlt grüne Dächer und Fassaden. Gelächter im Saal. Der CDU-Mann mahnt einen Ausgleich zwischen der Wirtschaft, den Bewohnern, den Kleingärtnern und den Schulen an. Nach zwei Stunden sind alle Argumente ausgetauscht. Ob die alten, schönen Gärten bleiben können, bleibt offen.

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