Dienstag, 05.12.2017 / 16:34 Uhr

Jemen: Sohn kündigt Rache an

Von
Thomas von der Osten-Sacken

Er war ein glühender Verehrer Saddam Husseins, dann Verbündeter des Westens im Kampf gegen den Iran und Al Qaida, dann unterstützte er Al Qaida und zuletzt verbündete er sich mit den iranisch gestützten Houthi Milizen im Jemen. Und nun ist auch dieses Kapitel arabischer Geschichte beendet: Gestern töteten Houthi-Milizionäre den ehemligen Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Saleh, weil er erneut die Seiten wechseln wollte und es deshalb in der Hauptstadt San'a zu heftigen Gefechten kam. Damit ist einer der letzten verbliebenen Dauerpräsidenten des Nahen Ostens Geschichte, gegen die sich der Unmut während des arabischen Frühlings richtete. Hinterlassen hat er ein Land in Ruinen, in dem Cholera, Hunger und Bürgerkrieg herrscht und es kaum Hoffnung auf Besserung gibt.

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Poster in San'a 1990: Saddam Hussein und Ali Abdullah Saleh

Saleh hatte in seiner langen Amtszeit, die von 1978 bis 2012 dauerte, fast alle wichtigen Posten im Land mit Familienmitgliedern besetzt. Kein Wunder also, dass nun sein Sohn sich aus dem Exil zu Wort meldet und Rache schwört:

“I will lead the battle until the last Houthi is thrown out of Yemen ... the blood of my father will be hell ringing in the ears of Iran,” Ahmed Ali Saleh was quoted as saying by Saudi-owned al-Ekhbariya TV. He called for his father’s backers to “take back Yemen from the Iranian Houthi militias”.

Für Saudi Arabien stellt der Tod Salehs einen Rückschlag dar, offenbar hatte Riad in den letzten Monaten versucht, ihn aus dem Bündnis mit den pro-iranischen Houthi-Milizen zu lösen, mit denen er große Teile des Jemen kontrollierte und gegen die Saudi Arabien einen weitgehend erfolglosen, aber umso blutigeren Krieg führt.

Und im Jemen geht man davon aus, dass dieser Krieg jetzt noch intensiviert werden wird:

“We expect things will get worse for us. This will be the beginning of a new conflict and more bloodshed. The war will not end soon,” said Aswan Abdu Khalid, an academic at the psychology department at the University of Aden.