20.04.2017 / 19:45 Uhr

Iran: Massenverhaftungen wegen Homosexualität

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Im Iran sind nach Angaben der in Kanada ansässigen LGBTI-Organisation "Iranian Railroad for Queer Refugees" (IRQR) mehr als 30 Männer wegen Homosexualität verhaftet worden. Nach Angaben der Aktivisten hatte die Polizei in der Region Bagh-e Bahadoran am vergangenen Donnerstagabend eine Razzia bei einer Privatparty durchgeführt und dabei die Männer festgenommen.
Laut IRQR sollen die Polizisten die Gäste bei der Razzia auch verprügelt haben. Mehrere Partyteilnehmer sollen den Fängen der Beamten entkommen sein. Die Festgenommenen seien zwischen 16 und 30 Jahre alt.

Die Familien der Festgenommenen seien ein paar Tage nach der Razzia informiert worden. Demnach würden die Männer wegen Homosexualität, Alkohol- sowie Drogenkonsums angeklagt werden. Es sei alledings nach IRQR-Informationen nicht gesichert, dass es sich bei den Verhafteten tatsächlich um Schwule handelt. Oft werfen iranische Behörden missliebigen Personen Homosexualität vor, um einen Grund für eine Verhaftung zu haben.

An den Beschuldigten sollen außerdem Anal-Tests durchgeführt werden, um zu "beweisen", dass sie homosexuell sind. Diese Zwangsuntersuchungen sind laut Menschenrechtsaktivisten Folter und würden außerdem keine Beweise für die sexuelle Orientierung liefern (queer.de berichtete).

Im Iran droht auf Homosexualität die Todesstrafe. Immer wieder gibt es auch Berichte über ausgeführte Hinrichtungen von angeblich homosexuellen Männern.

Quelle: Queer.de