Sleater-Kinney - The Center Won’t Hold

Da waren's nur noch zwei

Sleater-Kinney klingen auf ihrem neuen Album nur noch wie eine Dublette ihrer Produzentin St. Vincent.

Die Lider sind geschminkt wie die von Kleopatra. Drei einzelne Augen sind es, die einem aus Ausrissen von Porträtaufnahmen entgegenschauen. Links das aggressiv wirkende Gesicht von Carrie Brownstein, in der Mitte das riesige Kullerauge von Corin Tucker und rechts ein entschlossener Blick von Janet Weiss. Sleater-Kinney sind zurück, und mit dem Cover für ihr neues Album »The Center Won’t Hold« schließen sie an jene Alben­cover aus den Neunzigern an, auf denen das Trio bereits abgebildet war.

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Nur sind es in diesem Fall weder drei quietschig bunte Portraits wie auf »Dig Me Out« (dessen Cover übrigens ein ziemlich genaues Replikat des 1965er-Covers der LP »The Kink Kontroversy« von den Kinks war), noch rufen sie gemeinsam ein Taxi, wie es auf dem Cover von »The Hot Rock« der Fall war. Das Foto auf »The Center Won’t Hold« zeigt nur Aus- und Anschnitte: eine fragmentierte Band.

Fragmentiert im wahrsten Sinne des Wortes: Das schwarzweiße Platten­cover, das die Gesichter von Brownstein, Tucker und Weiss wie in einer Collage zusammenmontiert zeigt, gibt eine Einigkeit der Band vor, die gar nicht mehr existiert. Denn Schlagzeugerin Janet Weiss hatte schon Anfang Juli bekanntgegeben – da war das Album noch gar nicht erschienen –, die Gruppe zu verlassen.