Montag, 17 Juli, 2017; 09:19 Uhr

Israels Alpträume werden wahr

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Aus dem Netz

Er sei gegen das Abkommen in Südsyrien, sagte Netanjahu israelischen Reportern nach einem Gipfeltreffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Israelische Quellen erklärten, das Abkommen lasse Israels größte Albträume wahr werden: Es festige Moskaus Status als wichtigste Schutzmacht Damaskus. Russische Soldaten sollen – wider Israels Bitten – die Umsetzung der Vereinbarung sicherstellen.

Geht Jerusalem nun also gegen seine Feinde in Syrien vor, muss es fortan die Gefahr erwägen, dass es dabei zu einer Krise mit Moskau kommen könnte. Doch der zweite Punkt wiegt noch schwerer: Der Deal vertiefe mit amerikanischer und russischer Duldung die Präsenz des Irans – Israels Erzfeind – in Syrien, und zwar in unmittelbarer Nähe der israelischen Grenze. Der Iran wolle in Zukunft nicht mehr nur mit Beratern vor Ort präsent sein, sondern große Truppenkontingente in die Nähe von Israels Grenzen verlegen.

Teheran plane einen Luftwaffen- und einen Marinestützpunkt in Syrien zu errichten: „Dies wird unsere Region grundlegend verändern“, sagte ein Berater Netanjahus der israelischen Presse. Die Kommentare aus Paris sind bedeutend. Erstmals kritisiert Netanjahu die Außenpolitik des neuen US-Präsidenten so offen und so scharf und gibt auf diese Weise zu, dass seine Freunde Trump und Putin seine Bitten vollkommen ignoriert haben. (...)

Bislang setzte Netanjahu darauf, dass Moskau aus eigenem Interesse mit ihm kooperieren würde: Er hoffte, dass die Russen in Betracht ziehen würden, dass Israel sich zum Handeln – sprich: Angriffen in Syrien – gezwungen sehen könnte, falls vitale Interessen in Südsyrien gefährdet würden.

So etwas, so argumentierten Quellen in Jerusalem bislang, würde Moskau nicht riskieren. Doch nun gestand Netanjahu offen ein, dass er sich wohl verschätzt hat.

Quelle

Siehe auch: Syria Daily: US Envoy Welcomes Russian Monitors for Ceasefire