16.07.2017 / 10:24 Uhr

Wie Solidarität mit Deniz Yücel in München aussieht

Von
Thomas von der Osten-Sacken

Gestern begingen die AKP und der türkische Präsident den erstes Jahrestag des Putsches. Das Ganze geriet zu einer pathetischen national-religiösen Inszenierung deren Höhepunkt eine nächtliche Rede Erdogans im Parlament darstellte, in der er erneut unter anderem die Einführung der Todesstrafe verlangte.

Vorher erklärte der Präsident der Nationalversammlung, Ismail Kahraman:

"Volk, Fahne, Koran, Glaube, Gebetsruf, Freiheit, Unabhängigkeit sind unsere Ehre, unsere Würde. Denjenigen, die unsere Werte angreifen, brechen wir die Hände, schneiden ihnen die Zunge ab und vernichten ihr Leben."

Dass dieser Tag so begangen werden würde, wusste eigentlich im Voraus schon jeder, der es wissen wollte. Kein Grund aber für die Sueddeutsche, diese Propagandaanzeige nicht drucken zu lassen:

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Alle anderen größeren Zeitungen weigerten sich dagegen, das Ding anzunehmen. Schließlich sitzen in der Türkei unter anderem Deniz Yücel und unzählige andere Journalisten im Gefängnis.

(PS: Gerade höre ich, auch die FAZ hätte die Anzeige abgedruckt)