Von Tunis nach Teheran

Die vor allem von Jugendlichen im Irak und Libanon getragenen Proteste richten sich nicht nur gegen die katastrophale Lage, Repression und Korruption, sondern vor allem auch gegen die Einmischung des Iran in ihren Ländern.

 

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(Bilder von Ziyad Matti, Baghdad, 25. - 29. Oktober)

Im Zuge des türkischen Militärangriffs auf die kurdisch verwalteten Gebiete in Nordsyrien fliehen immer mehr Menschen in den Nordirak.

Ein beeindruckendes Dokument über den Zustand europäischer Flüchtlingspolitik legte diese Woche ausgerechnet das türkische Außenministerium vor. In einem Schreiben kritisierte es die griechische Regierung für ihre gewaltsame Rückführungspolitik.

Laut türkischen Informationen habe das Nachbarland im Jahre 2019 über 25.000 Flüchtlinge in die Türkei zurück geschoben.

Es geht weiter, nicht nur im Libanon sondern auch dem Irak, wo die Zahl der bei den jüngsten Protesten zu Tode gekommenen inziwschen offiziell auf 75 gestiegen ist.

Thousands of people have continued to pour into the streets of central Baghdad, defying an army-imposed curfew meant to stem anti-government protests in the Iraqi capital.

Kaum ist die Nachricht verbreitet, dass, leider Jahre zu spät, dem Kalifen des IS, Abu Bakr al-Baghdadi, einem Völkermörder, der unter anderem Sexsklaverei im Namen Allahs institutionalisierte, für immer das Handwerk gelegt wurde, steht wohl schon ein Nachfolger bereit. Auch er entstammt den Reihen von Saddams ehemaliger Baath-Partei und dürfte wie so viele  ISler sein Handwerk in den Folterkellern des ehemaligen irakischen Regimes gelernt haben:

Heute im Libanon:

Organisers said they were seeking 175,000 people to line Lebanon’s 175km coast. Though there were gaps, the numbers were nonetheless impressive.

Where crowds bunched, volunteers drove participants to more sparse areas.

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Jüngst schrieb als letzter in einer langer Reihe von Autoren Slavoj Žižek über die Linke und die Kurden. Ihm antwortet Mücahit Bilici in einem äußerst lesenswerten Beitrag:

Nach Human Rights Watch klagt nun auch Amnesty International die Türkei an, syrische Flüchtlinge mit Gewalt in ihr Heimatland zurück zu schieben:

Türkische Politik ist dieser Tage vor allem antiamerikanisch. Gegenüber Russland schlägt man ganz andere Töne ein. Das weiß auch der eurasischer Chedideologe Alexander Dugin. Auf Dauer scheint sie aber kaum angelegt zu sein.

 

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(Bildquelle: Kremlin.ru)

Donald Trump interessiert Syrien nur als Bühne für seine Innenpolitik. Erdogan auch. Und der hat bekommen, was er wollte.

 

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(Quelle: President of Russia)

Was müssen sich die Soldaten in diesen Fahrzeugen wohl heute gedacht haben, als sie mit Tomaten und Flüchen aus der Stadt Quamishli in Nordostsyrien verabschiedet wurden?

Wie viele haben wohl ebenfalls geflucht und sich als Verräter gefühlt? 

Während in sich Syrien die nächste blutige Tragödie abspielt, flammen Massenproteste im Libanon auf. Auslöser war eine geplante Steuer auf Whatsapp.  Dies nahmen große Teile der libanesischen Bevölkerung zum Anlass, um nicht nur gegen diese Steuer, sondern auch gegen die Regierung, grassierende Korruption, Vetternwirtschaft und allgemeine Perspektivlosigkeit zu protestieren.

 

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Meinungsfreiheit bedeutet nicht, immer gehört oder mit Preisen ausgezeichnet zu werden

 

Manchmal bringt ein einziges Bild mehr zum Ausdruck als lange, kritische Analysen und Essays. So auch in diesem Fall, sehr viel mehr braucht man über die unselige Rolle der UN (und der ganzen so genannten Internationalen Staatengemeinschaft) in Syrien kaum zu sagen.

Sie ist so, dass das syrische Militär ganz selbstvesrtändlich Zeltplanen als Staub- und Regenschutz für seine Panzer nutzt. Sollen die von ihm produzierten Flüchtlinge doch sehen, wie und wo sie unterkommen:

 

In der Türkei wird der Einmarsch in Nordostsyrien und das mit den USA geschlossene Abkommen weiter als großer Sieg gefeiert. Dabei ist völlig unklar, was dieses Abkommen eigentlich bedeutet. Fünf Notizen

 

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(Quelle: The White House)