Die Person Ingeborg Bachmann ist in der Öffentlichkeit viel diskutiert worden, ihr Schreiben im Vergleich dazu wenig. Eine Reihe an neuen Biographien und ein Dokumentarfilm über die österreichische Schriftstellerin, die am 25. Juni ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, lassen es nun auch zu, ihr Werk, allem voran ihren Roman »Malina«, nicht mehr rein autobiographisch oder akademisch zu lesen, sondern als die Arbeit einer großen und radikalen Autorin.
Vor 50 Jahren starb Ingeborg Bachmann. Wie in ihrem Werk die Geschlechterdifferenz und der Nationalsozialismus auftauchten, welche Freundschaften zu jüdischen Intellektuellen wie Paul Celan sie pflegte und wie sich ihr Ruhm als Dichterin einstellte, davon erzählt derzeit eine Ausstellung in Wien.
Margarethe von Trottas neuer Film »Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste« erzählt die Geschichte einer Befreiung. Allerdings fehlt der Regisseurin Bachmanns Mut, auch die eigenen künstlerischen Mittel zu hinterfragen.
Der kürzlich veröffentlichte Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch wird als literaturhistorische Sensation gehandelt, und das nicht ganz zu Unrecht. Denn die Briefe, die sich das Liebespaar schrieb, geben neue Auskunft über ihre Beziehung, die seit jeher Anlass für Spekulation bot.
Die Literaturwissenschaftlerin Ina Hartwig will die Biographie Ingeborg Bachmanns neu erzählen. Leider bleibt ihre Darstellung längst bekannten Klischees verhaftet.