Studentenverbindungen in Österreich

Korporierte Kader

Seite 3 – »Strache hat den Einfluss der Verbindungen restauriert«

Gilt das auch für die Identitäre Bewegung?
Was wir seit einigen Jahren mit den Identitären erleben, ist eine Bestätigung genau dieses Jahrzehnte alten Phänomens: Wenn sich in Österreich rechtsaußen etwas regt, kann man ­davon ausgehen, dass Korporierte führend beteiligt sind. So findet sich auch unter den österreichischen Identitären kaum ein Führungskader ohne verbindungsstudentischen Hintergrund. Martin Sellner ist nur einer von ihnen.

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Wird der Einfluss der Verbindungen in der Politik womöglich bald noch größer?
Für ÖVP und FPÖ gibt es da unterschiedliche Prognosen. Das rebranding unter Sebastian Kurz hat in der ÖVP den Einfluss des katholischen Verbindungswesens reduziert und damit eine bereits länger andauernde Entwicklung bestätigt. Bei der FPÖ kann man solche Tendenzen nicht feststellen. Im Gegenteil wurde seit der Übernahme der Partei durch Strache 2005 der Einfluss von Verbindungsstudenten und Alten Herren stark ausgebaut. Unter Jörg Haider war der Einfluss zurückgegangen, Strache hat ihn restauriert. Ich gehe nicht davon aus, dass sich das ändert, denn die FPÖ hat jenseits des Verbindungswesens eine sehr dünne Personaldecke. Vor allem in Regierungsverantwortung, wenn die Partei eine hohe Zahl von leitenden Positionen besetzen muss, greift sie auf die Alten Herren zurück. Das wird im Fall einer Neuauflage von Schwarz-Blau kaum anders sein.

»Die Deutsche Burschenschaft vertritt den sogenannten volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff, für den auch die Österreicher stehen.«  Bernhard Weidinger.

Bild:
Simon Welebil