Artikel von Eva zum Winkel

21.05.2015
Interview Beate Klarsfeld im Gespräch über das Jagen von Nazis und den Front National

»Wir sind sehr besorgt«

Beate und Serge Klarsfeld haben gerade das Bundesverdienstkreuz erhalten. Ende März erschienen im Pariser Verlag Fayard ihre »Mémoires«. Serge erlebte im Alter von acht Jahren in Nizza, wie sein Vater Arno Klarsfeld von einem Sonderkommando der SS unter Führung von Alois Brunner verhaftet wurde und aus Auschwitz nicht zurückkam. Brunner war 1943 bis 1944 Leiter des Sonderkommandos der Gestapo in Frankreich und Befehlshaber des Sammel­lagers von Drancy, in das die französischen Juden, Roma und andere Häftlinge gebracht wurden, bevor sie in die Vernichtungslager transportiert wurden. Beate Klarsfeld, geboren 1939 in Berlin, musste 1971 fünf Wochen ins Gefängnis, weil sie versucht hatte, den Nazi Kurt Lischka nach Frankreich zu entführen. Der SS-Obersturmbannführer war im besetzten Frankreich Polizeichef und Gestapo-Kommandeur der Region Paris gewesen. Nach 1945 klagte ihn die französische Justiz an, einer der Hauptverantwortlichen für die Deportation von 76 000 Juden aus Frankreich in die Vernichtungslager gewesen zu sein. In Abwesenheit wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch Lischka lebte seit 1950 unbehelligt in Köln, wo er zehn Jahre zuvor seine Gestapo-Karriere begonnen hatte. 1971 wurde er von Beate Klarsfeld ausfindig gemacht, 1980 schließlich doch noch zu zehn Jahren Haft verurteilt und nach fünf Jahren wieder freigelassen. Mit Beate Klarsfeld sprach die Jungle World über das jahrelange Bemühen der Klarsfelds, NS-Täter doch noch vor Gericht zu bringen, und über den heutigen Antisemitismus.

13.05.2015
Dossier Stephane Charbonnier verteidigt die Islamkritik

Post von Charb

In seinem posthum erschienenen Buch »Lettre aux escrocs de l’islamophobie qui font le jeu des racistes« verteidigt Stephane Charbonnier die Islamkritik gegen den Vorwurf der Islamophobie.

02.04.2015
Thema Waleed al-Husseini im Gespräch über seine Erfahrung als Atheist in Palästina

»Der Islam ist eine autoritäre Religion«

Waleed al-Husseini im Gespräch über seine Trennung vom Islam, die Meinungsfreiheit von Atheisten und den Kampf der Islamisten gegen den Liberalismus in säkularen Demokratien.

22.01.2015
Ausland Die Angst der Juden in Frankreich

Zeichen der Hoffnung

In Frankreich grassiert der Antisemitismus. Dennoch machen die Solidaritätsbekundungen mit den jüdischen Opfern nach den islamistischen Anschlägen von Paris und das Bekenntnis zu den Fundamenten der Republik Hoffnung.