Artikel von Pascal Jurt

23.07.2015
Interview John Holloway im Gespräch über den keynesianistischen Irrtum

»Dem Kapital ein ›Fuck off‹ entgegenschleudern«

Der in Dublin geborene und in Mexiko an der Benemérita Universidad Autónoma de Puebla lehrende Politikwissenschaftler John Holloway ist spätestens seit seinem Buch »Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen« (2006) als Opponent des orthodoxen Marxismus auch hierzulande bekannt geworden. Neben seiner Kritik an der verdinglichten Arbeit sieht er in Institutionen wie Parteien und Staat ein Hindernis für das Erreichen einer befreiten Gesellschaft. Derzeit schreibt er am Buch »Think Hope, Think Crisis«, in dem er sich auch mit der Situation in Griechenland beschäftigt.

26.03.2015
dschungel Philipp Felsch im Gespräch über die Bedeutung von komplexem Denken

Als das Denken noch verbreitet war

Für einige Jahrzehnte war es en vogue, sich mit schwieriger Lektüre auseinanderzusetzen. Philipp Felsch, Juniorprofessor für die Geschichte der Humanwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin, widmet sich in seinem Buch »Der lange Sommer der Theorie: Geschichte einer Revolte. 1960–1990« der Begeisterung für komplexes Denken und begibt sich auf die Spuren des West-Berliner Merve-Verlags, dessen Veröffentlichungen einen bedeutenden Einfluss auf die Studentenbewegung, Spontis, Punks und künstlerischen Avantgarde gleichermaßen hatten.

04.12.2014
Ausland Die jüngsten Volksentscheide in der Schweiz

Wuchtiges Nein

In der Schweiz wurden die Ecopop- und die Gold-Initiative abgelehnt.

21.08.2014
dschungel Tom Holert im Gespräch über die Hürden der Kunstkritik

»Man traut der Kunst vielleicht zu viel zu«

Die Kunstkritik unterhält eine ambivalente Beziehung zu ihrem Gegenstand. Sie versucht einerseits eine Reflexion, was Distanz gegenüber ihrem Objekt voraussetzt, ist aber zugleich produktionsästhetisch, institutionell und diskursiv mit ihrem Gegenstand verbunden. Ein Gespräch mit dem Berliner Kunsttheoretiker und Künstler Tom Holert.

30.04.2014
dschungel Aanselm Franke im Gespräch über die Ausstellung »Forensis«

»Wir sind alle forensische Objekte«

Die Ausstellung »Forensis« im Berliner Haus der Kulturen der Welt beschäftigt sich mit den Möglichkeiten bildgebender Verfahren bei der Ermittlung, Darstellung und Bekämpfung von Machtmissbrauch. Sie fragt danach, wie sich Individuen oder unabhängige Organisationen in kritischer Absicht jener Techniken bedienen können, die traditionell der Rechtsmedizin vorbehalten sind. ­Anselm Franke hat die Ausstellung gemeinsam mit Eyal Weizman kuratiert.

03.04.2014
Thema Das Theaterstück und das Buch »Hate Radio«

Das Nicht-Darstellbare darstellen

Der Theaterregisseur Milo Rau hat sich 2011 in dem Theaterstück »Hate Radio« mit dem Genozid in Ruanda beschäftigt und mit dem Radiosender RTLM, dessen Moderatoren den Genozid monatelang propagandistisch vorbereitet hatten.

06.03.2014
dschungel Harun Farocki im Gespräch über seine Ausstellung »Ernste Spiele« im Hamburger Bahnhof

»Die Animationen laufen den Fotografien den Rang ab«

In seiner vierteiligen Werkreihe »Ernste Spiele«, die im Hamburger Bahnhof zu sehen ist, beschäftigt sich HARUN FAROCKI mit dem Einsatz von Computersimulationen im Militär.

23.01.2014
dschungel Ines Doujak, Fahim Amir und Oliver Ressler sprechen über die Performance-Veranstaltung »Salon Klimbim« in Wien

»Wer kann es sich heute leisten, auf utopisches Denken zu verzichten?«

Die Wiener Secession, Ausstellungshaus und Vereinigung bildender Künstler in Wien, öffnet ihre Tore für die Veranstaltungsreihe »Utopian Pulse – Flares in the Darkroom«. Als Auftakt dient der »Salon Klimbim: von vegetarischen Tigern und utopischen Unterhandlungen«. Ein Gespräch mit Ines Doujak, Fahim Amir und Oliver Ressler, den Kuratoren der Veranstaltung.

09.01.2014
dschungel Jakob Kramertisch und Werner Gilits im Gespräch über das Massaker von Minenarbeitern im südafrikanischen Marikana

»Die Befehle kamen von ganz oben«

16. August 2012, unweit der Metropole Johannesburg: Während eines wilden Streiks werden 34 Minenarbeiter von der Polizei erschossen. In dem Buch »Das Massaker von Marikana« rekonstruieren südafrikanische Aktivisten und Wissenschaftler das Ereignis und ­schreiben eine Gegengeschichte von unten. Ein Gespräch mit Jakob Krameritsch und Werner Gilits, die die deutsche Ausgabe herausgeben und übersetzt haben.

28.03.2013
dschungel Maurizio Lazzarato im Gespräch über Verschuldung und Subjektivierung

»Schulden sind eine Technik der Zerstörung von Solidarität«

Der italienische Soziologe und Philosoph Maurizio Lazzarato betrachtet Schulden als ein Instrument neoliberaler Herrschaft. Ein Gespräch über ungleiche Machtverhältnisse, Wissensfabriken und Franz Kafka.

28.02.2013
dschungel Diedrich Diederichsen im Gespräch über die Zeitschrift Spex, Pop und Kultur in Deutschland

»So obskur, wie es gerade noch ging«

Die Anfang der achtziger Jahre in Köln gegründete Zeitschrift Spex prägte wie kaum ein anderes Medium das Schreiben über Pop und Kultur in Deutschland. Diedrich Diederichsen erzählt von seinen Spex-Jahren.

17.01.2013
dschungel Owen Hatherley im Gespräch über Pulp und Jarvis Cocker

»Blur und Oasis sind Karikaturen«

Für den britischen Musikjournalisten Owen Hatherley sind Pulp die letze Britpopband mit Klassenbewusstsein. In seinem Buch »These Glory Days« porträtiert er die Band um den Leadsänger Jarvis Cocker, die Mitte der Neunziger wichtig wurde.