Von Tunis nach Teheran

Sie waren angekündigt, sollte sich die Regierungsbildung in Bagdad weiter verzögern: Neue Proteste.

Sowohl in der irakischen Haupstadt als auch in Basra gingen wieder tausende auf die Strasse, wobei es im Süden zu Ausschreitungen kam, so wurde etwa eine Moschee in der Nähe des Sizes der Provinzregierung in Brand gesteckt.

Der algerische Schriftstseller Kamel Daoud setzt sich in einem längeren Essay kritisch mit dem im Nahen Osten und Nordafrika so weit verbreiteten Opfernarrativ auseinander`:

Seit langem droht Erdogan sie an, nun scheint die Türkei Ernst machen zu wollen:

Türkische Truppen machen nach der Ankündigung einer neuen Offensive gegen Kurdentruppen in Nordsyrien mobil. Fernsehsender zeigten am Donnerstag Bilder von Militärfahrzeugen auf dem Weg zur Grenze. (...)

Meinungsumfragen aus den palästinensischen Gebieten gehören zu den Dingen, die internationale Geldgeber offenbar mit großem Vergnügen finanzieren. Jedenfalls kann, wer will und Interesse hat, so ungefähr alles über Meinungen und Vorlieben von Palästinensern erfahren: etwa wie lange sie im Durschnitt nachts schlafen, wie oft sie Bücher lesen, ins Ausland reisen, wie viele von ihnen noch rauchen und welcher Fußballmannschaft sie die Daumen drücken.

Im Jemen wird nicht nur gehungert und an Cholera und anderen Krankheiten gestorben, die Kriegsparteien, und zwar alle, missachten systematisch das Kriegsrecht und foltern. Erst kürzlich veröffentlichte  Human Right Watch einen Bericht, wie es in den Gefängnissen der von Saudi Arabien und den Emiraten unterstützten Regierung zugeht.

Unter anderem wirdt die Menschenrechtsorganisation der Regierung vor afrikanische Flüchtlinge systematisch zu misshandeln:

Das letzte Rettungsschiff vor der libyschen Küste musste nun seinen Dienst einstellen:

Search and rescue ship Aquarius, which has saved tens of thousands of migrants from drowning in the Mediterranean, has ended its operations, said Médecins Sans Frontières, the charity that runs the ship.

Einer der vielen Gründe für den Ausbruch des so genannten Arabischen Frühling bestand auch darin, dass die Menschen in der Mena-Region die Nase voll hatten und haben von Familiendynastien, die ihre Länder wie Privatbesitz behandeln. In Ägypten etwa mochte man Hosni Mubarak wenig, sein Sohn, der die Präsidentschaft übernehmen sollte, war regelrecht verhasst. Wo man hinblickt waren es die Söhne von politischen Führern, die meist durch einen Putsch an die Macht kamen, die ihre Väter beerben sollten.

Blut ist eben dicker als Wasser.

“Enflasyonla Topyekun Mücadele - #TürkiyeKazanacak”, so lautet die omnipräsente Kampflosung, die dem türkischen Volk dieser Tage, seitens des  plebiszitär gewaehlten “obersten Dorfvorstehers” (O-Ton R.T. Erdoğan) multimedial eingetrichtert wird. H

Hinweise auf diesen Kampf gegen unsichtbare, aber doch irgendwie stets präsente “äußere Mächte”, die an den Verbraucherpreisen zu ziehen und drehen scheinen,  werden mannigfaltig auf Warenregale geklebt, und als Poster an die Ein- und Ausgänge diverser Supermarktketten oder Einkaufsmalls montiert.

 

Eigentlich war es zu erwarten: Nein, nicht irgendwelche Rebellen haben kürzlich Giftgas in Aleppo eingesetzt, wie empört russische und syrischen Seiten meldeten (und fast alle westliche Medien übernahmen diese Darstellung), sondern es war offenbar einmal mehr das Assad Regime.

Die Männer in meiner alten Heimat Irakisch-Kurdistan sind „richtige“ Männer. Sie haben ihr Leben und ihre Familie im Griff. Sie sind gottesfürchtig, schrecken aber sonst vor nichts zurück. Und sie haben selbstverständlich Waffen in ihrem Schrank, um jederzeit die Ehre ihrer Familie oder ihres Volkes verteidigen zu können. Eine Wehrpflicht gibt es da zwar nicht, aber wer was auf sich hält, meldet sich freiwillig, sobald das Land in Gefahr ist.

Am diesjährigen 4. November jährte sich nicht nur der Beginn der Geiselnahme in der US-amerikanischen Repräsentanz in Teheran durch die khomeinistischen Schergen 1979. Der 4. November 2018 war auch der letzte Tag vor dem Inkrafttreten der jüngsten Sanktionen gegen die Islamische Republik Iran. Und so ließ es sich die deutsch-europäische Propagandakompanie nicht nehmen, mit den Regimeloyalisten zu fraternisieren, die mit Judenkarikaturen und dem ewig gleichen Gebrüll durch die Straßen Teherans trotteten.

Blamage des Regimes

Seit nunmehr vier Wochen protestieren in der iranischen Provinz Khuzestan Arbeiter gegen schlechte Arbeitsbedingungen, niedrige Gehälter, Inflation, für mehr Freiheit, kurzum für ein Ende des repressiven Regimes. Viel hört man davon in Deutschland nicht, schon gar nicht Solidaritätserklärungen.

Workers from two major Iranian factories in the Khuzestan Province on Tuesday continued protests that began nearly three weeks ago, demanding, most notably, long overdue paychecks.