Interview

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Interview Ludger Volmer

»Wir wollen diese Eindeutigkeit nicht«

"Lechts und rinks", heißt es seit Ernst Jandl, "kann man nicht velwechsern". Kann man aber doch, wenn man sich die wirtschaftspolitschen Programmentwürfe linker und rechter Bündnisgrüner ansieht, deren Vorstellungen von Mittelstandspolitik sich bis in die Formulierungen gleichen: Mitte September legte der Bundesvorstand einen Programmentwurf für die Bundestagswahl vor, der von der Parteirechten unm Joseph Fischer sogleich als "dürftig" und "Traumtänzerei" unter Beschuß genommen wurde. Vergangene Woche zog Fischers Freund Tom Koenigs mit einem eigenen wirtschaftspolitischen Papier nach.

Ludger Volmer, Jahrgang 1952, ist Gründungsmitglied der Grünen. Von 1990 bis 1994 war er Bundesvorstandsprecher der Partei, heute sitzt er - wie schon Ende der achtziger Jahre - für sie im Bundestag. Ludger Volmer ist Mitglied des "Babelsberger Kreises", in dem sich Angehörige der bündnisgrünen Parteilinken zusammengeschlossen haben.

Von Andreas Dietl mehr...
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Interview Dietrich Schulze-Marmeling

»Es gibt beim FC Bayern ein rechtes Milieu«

Der Club habe keine rechtsextremen Fans, betont das Management des FC Bayern München. Und wenn es eventuell doch Probleme gibt, dann waren es eben keine Bayern-Fans. Blättert man in den Fanzines herum, stellt sich das allerdings ganz anders dar. "Ajax ist bekannterweise ein 'Judenclub'", heißt es beispielsweise in dem Fanzine Sauerland-Echo. Von solchen Parolen distanziert sich der Verein offiziell, der politische Hintergrund nazistischer Symbole wird geleugnet. Als Lothar Matthäus auf dem Münchener Oktoberfest einen Niederländer anpöbelte ("Dich haben sie beim Adolf wohl vergessen"), war das nur ein Ausrutscher. Aber auch in der Vereinsspitze ist man für reaktionäre Parolen zu haben.

Dietrich Schulze-Marmeling, Autor des Buches "Die Bayern. Vom Klub zum Konzern" (Verlag Die Werkstatt), über die Strategie des um sein Image besorgten Vereins, den Rechtsextremismus seiner Fans herunterzuspielen.

Von Martin Krauss mehr...
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Interview Barbara John

»Alle können nicht hierbleiben«

Barbara John ist seit 1981 Ausländerbeauftragte des Landes Berlin. In der Debatte nach der Rede von Günter Grass polemisierte der "Moral-Philosoph" (Bild) Alfred Grosser gegen Grass und rühmte die Gemeinsamkeiten zwischen Türken und Deutschen, die "trotz mancher Feuermorde" entstanden seien: "Teilweise durch die schöne Arbeit der Ausländerbeauftragten, insbesondere Barbara John in Berlin." Frau John hatte Ende September in der taz gefordert, eine Trennlinie "zwischen Zuwanderung plus Integration und Zuwanderung ohne Eingliederungschancen" zu ziehen.

Von Ferdinand Muggenthaler mehr...
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Interview Robert Wyatt

»Ich habe mich nie für England interessiert«

Sechs Jahre sind vergangen, seit Robert Wyatt seine letzte Platte, "Dondestan", veröffentlicht hat. Mit "Shleep" (Hannibal/Rykodisc/RTD) legt Wyatt nun elf neue Songs vor. Waren die Texte auf den bisherigen Platten häufig geprägt von offenen Bekenntnissen zum Kommunismus, dreht sich "Shleep" um das Thema Schlaf. Mit dabei waren seine Frau Alfie Benge, Brian Eno, Phil Manzanera, Philip Catherine, Evan Parker, Annie Whitehead und Paul Weller.

Von klaus smit mehr...