Jungleblog

10 Thesen zu einer Leitkultur in Deutschland

  1. Gesundheit: In die Armbeuge niesen, wie das in zivilisierten Regionen der Welt üblich ist.

  2. Infrastruktur: Leute wie Otto Wiesheu (CSU) oder Alexander Dobrindt (Clown) nicht zu Verkehrsministern machen.

In der FR, die das auch so wegdruckt, erklärt Sigmar Gabriel am Tag nachdem in Israel dem Yom HaShoa gedacht wurde und Netanjahu ihn nicht empfangen wollte, ein wenig deutsche Geschichte:

"Sozialdemokraten waren wie Juden die ersten Opfer des Holocaustes."

In Israel sagt Netanjahu ein Treffen mit Sigmar Gabriel ab? Weil der unbedingt zwei sog. genannte regeirungskritische NGO, nämlich "Breaking the Silence" (zu denen schrieb Alex Feuerherd vor einiher Zeit, was zu ihnen zu sagen ist) und B'tselem treffen wollte?

Ein Beitrag des verurteilten Mörders Marwan Barghouti in der New York Times (NYT), in welchem er den Hungerstreik begründet, den er zusammen mit ebenfalls in Israel inhaftierten palästinensischen Mitterroristen begonnen hat, sorgt für

"Der Krieg ist nie vorbei. Die Kollegen an der Front erzählen jeden Tag von neuen Massakern. Ich verfolge ihre Berichte, während ich mich im Schatten bewege, am äußeren Rand des asiatischen Teils von Istanbul. Hier, in einem Industrieviertel, zwei Stunden Busfahrt vom lebhaften Taksim-Platz entfernt, lebt im Untergrund ein syrischer Maurer, einer, der die Geheimnisse des IS in Raqqa hütet. Monatelang habe ich nach ihm gesucht, jetzt habe ich ihn gefunden und dazu gebracht, sich vor meiner Kamera zu zeigen.

Das Autonome InterTrans*-Referat der Universität Marburg sagt einen Vortrag mit dem feministischen  Transaktivisten und Autor Till Amelung kurzfristig ab. Weil er sich kritisch mit dem Begriff der Definitionsmacht auseinandersetzt, wird ihm vorgeworfen, er sei transmisogyn. Der Vorfall sagt einiges aus über den Umgang mit Selbstreflexion in bestimmten queerpolitischen Kreisen.

 

Es war ein herzlicher und zugleich informativer Abend im Roten Salon der Volksbühne in Berlin. Bei gedämmten Rotlicht und gelöster Atmosphäre wurden die für den diesjährigen Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse nominierten Bücher von den Autorinnen und Autoren vorgestellt. Im jeweils 20minütigen Gespräch unterhielten sich Svenja Faßpöhler vom Deutschlandradio Kultur und Christian Rabhansl vom Deutschlandfunk mit ihren Gästen.

Wer sich bei Facebook herumtreibt, hat vermutlich schon etwas vom „Ordnungsversuch für die deutsche Medienlandschaft“ gehört, den der fake think tank polisphere veröffentlicht hat. Dass dort gedacht wird, erscheint als eine allzu wagemutige Behauptung, für die keinerlei Belege vorliegen.

Als ein Freund von Deniz am vergangenen Samstag die zündende Idee hatte, ging alles ganz schnell. Natürlich muss es ein Autokorso sein. Natürlich muss gehupt werden. Denn der Korso zeigt nicht das Scheitern der Integration, sondern ist Ausdruck einer türkischen Vorliebe: „Der Türke fährt für sein Leben gern hupend, jauchzend und fahnenschwenkend durch die Stadt. Kein Anlass ist ihm zu gering,“ schrieb Deniz 2006 anläßlich der Fußball WM in der Jungle World

Es folgen Spoiler. Allerdings ist der Film keineswegs sehenswert, insofern kann man ruhig weiterlesen.

Trumpology? In der Zeit des Kalten Krieges waren die Pläne, aber auch die Machtstrukturen der sowjetischen Führung ein gut gehütetes Geheimnis. Die sowjetischen Medien folgten eher einem no news- als einem fake news-Konzept, waren aber für die politische Analyse nicht sehr ergiebig, sofern man auf die übliche Weise nach Informationen suchte. Deshalb enstand die Kremlinology, die durchaus Erkenntnisse bringen konnte.

Das Bundesverfassungsgericht hat einen Termin angesetzt. Am 17. Januar wollen die Richter ihr Urteil über den Verbotsantrag des Bundesrats gegen die NPD verkünden. Die Länderkammer hatte den Antrag im Dezember 2013 gestellt. Anders als im ersten Verfahren gegen die Partei, das zehn Jahre zuvor gescheitert war, schlossen sich Bundesregierung und Bundestag dem Vorgehen nicht an.

Mit jedem Attentat in Paris, in Brüssel, in Istanbul wuchs die Angst. Wird es ein stehengelassener Rucksack sein wie damals in Madrid? Ein Sprengkörper in einer Mülltonne wie kürzlich in New York? Nun war es ein LKW wie in Nizza. Ein Laster raste in einen beliebten und belebten Weihnachtsmarkt vor einer der bekanntesten Kirchen Berlins – zwölf Tote, Dutzende Verletzte. Auch wenn die Motive hinter der Tat noch nicht geklärt sind, spricht vieles dafür, dass es sich um einen Anschlag in der Tradition der oben genannten handelt.

Der Verein „Demokratische Komitees Palästinas“ will diesen Samstag im Berliner Verlagsgebäude Neues Deutschland den 49. Gründungstag der panarabischen Terrororganisation Volksfront für die Befreiung Palästinas (Popular Front for the Liberation of Palestine, PFLP) feiern. In den USA und auch in der Europäischen Union wird die PFLP als Terrororganisation eingestuft. Die zuständigen Behörden sehen trotzdem keinen Grund zum Eingreifen. Kritiker fordern eine Absage der Veranstaltung.

Bei Anne Will diskutierte am Sonntag unter anderem der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz die Sinnhaftigkeit der angekündigten Wiederkandidatur Angela Merkels. Maaz beschritt in seiner Argumentation einen Weg, der von der familialistischen Deutung deutscher Politik („Die Männer verstecken sich hinter Mutti“) über eine eigenwillige Ausweitung des Populismusbegriffs direkt zu einer Apologie von Pegida und AfD führte („Ich halte den Protest in diesem Land für sehr gut“).