Beiträge zu RAF

Bleistiftzeichnung eines Gerichtszeichners der RAF-Angeklagten in Stuttgart-Stammheim
2025/48 Hintergrund Die »Erklärung zur Sache« der RAF und ihre literarische Verarbeitung

Jungle+ Artikel In Sachen RAF-Nostalgie

Anfang 1976 gaben Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Stammheimer RAF-Prozess eine ausführliche »Erklärung zur Sache« ab. Darin benannten sie speziell das US-Monopolkapital als Feind der Menschheit: Es habe 1945 das deutsche Proletariat »kolonisiert«, aber seine Weltherrschaft könne jetzt durch die Guerilla ins Wanken gebracht werden. Knapp 50 Jahre später macht sich die Autorin Stephanie Bart 2023 den Text in ihrem Roman »Erzählung zur Sache« zu eigen und aktualisiert ihn.
Silke Maier-Witt, Foto dem Jahr 2017, in dem sie den jüngsten Sohn von Hanns Martin Schleyer in einem Gespräch um Verzeihung bat
2025/13 dschungel Der Tag, als Silke Maier-Witt in die RAF eintrat – ein Rückblick auf die linke Szene

Jungle+ Artikel Dafür oder dagegen

Silke Maier-Witt beschreibt in ihrer Autobiographie die Anziehungskraft der RAF, den Reiz von deren »Kompromisslosigkeit« und die Verbundenheit der legalen radikalen Linken mit den in der Illegalität oder im Knast agierenden Mitgliedern. Diese Nähe zur RAF haben viele Aktive von damals seither verdrängt.
Sie leben sogar immer noch, wenn auch mehrere Jahrzehnte im Untergrund. Grafitto in Straßburg, 1977
2024/10 Geschichte Die »dritte Generation« der RAF privatisiert heute – allerdings immer noch im Untergrund

Wenn das Politische privat wird

1998 verabschiedeten sich die verbliebenen RAF-Mitglieder mit einer Erklärung in das Privatleben. Der Preis, den sie selbst – und andere – für die politischen Irrtümer der RAF zahlten, war sehr hoch. Das kürzlich festgenommene vermutliche RAF-Mitglied Daniela Klette verbrachte mehrere Jahrzehnte in der Illegalität.
via Caetani
2018/16 Geschichte 40 Jahre nach der Entführung und Ermordung Aldo Moros durch die Roten Brigaden in Italien sind Verschwörungstheorien über den Fall weiterhin verbreitet

Die unbequeme Geisel

Vor 40 Jahren entführten und ermordeten die Roten Brigaden in Rom den christdemokratischen Politiker Aldo Moro. Um den Fall ranken sich heute noch Verschwörungstheorien, die eine politische Aufarbeitung der Konflikte jener Zeit erschweren. Die offene Frage ist jedoch nicht, ob etwa die CIA hinter der Entführung stand, sondern aus welchem politischen Kalkül nichts getan wurde, um Moro freizubekommen.
IKG München
2017/51 Thema Der Brandanschlag auf das Altenheim der Israelitischen Kultusgemeinde München im Jahr 1970

Mord ohne Mörder

Der Anschlag auf das Altenheim der Israelitische Kultusgemeinde München mit sieben Toten im Jahr 1970 bleibt unaufgeklärt. Die Generalbundes­anwaltschaft hat die wiederaufgenommenen Ermittlungen nach vier Jahren ergebnislos eingestellt.
Nur online
2017/42 Inland Helge Lehmann, IT-Spezialist, über seine Recherchen zum Tod der RAF-Gefangenen in Stammheim 1977

»Diskussionen sind weiterhin wichtig«

Helge Lehmann ist IT-Spezialist und war Betriebsrat in einem transnationalen Unternehmen. 2011 gab er nach mehrjährigen Recherchen das Buch »Die Todesnacht in Stammheim. Eine Untersuchung: Indizienprozess gegen die staatsoffizielle Darstellung und das Todesermittlungsverfahren« heraus.