Artikel von Till Schmidt

17.08.2017
Interview Astrid Messerschmidt, Erziehungs­wissenschaftlerin, im Gespräch über antisemitismus­kritische Pädagogik

»Es sollte am Individuum angesetzt werden«

Astrid Messerschmidt hat eine Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Diversität an der Bergischen Universität Wuppertal inne und setzt sich unter anderem mit rassismus- und antisemitismuskritischer Pädagogik in der Migrationsgesellschaft auseinander.

Interview von Till Schmidt
13.07.2017
Interview David Labude, Politikwissenschaftler, über das Israel-Bild in palästinensischen Schulbüchern

»Es dominiert die Feindbestimmung«

David Labude ist Politikwissenschaftler und Historiker. Er ist Autor einer Studie, die im Auftrag von vier Bundestagsabgeordneten das Israel-Bild in palästinensischen Schulbüchern untersucht hat. Herausgegeben wurde die Studie vom Verein Mideast Freedom Forum Berlin (MFFB).

Interview von Till Schmidt
18.05.2017
Inland Studierwillige Flüchtlinge kämpfen mit vielen Hindernissen

Studium mit Hindernissen

Immer mehr Flüchtlinge in Deutschland wollen studieren. Doch die Hürden sind hoch und nicht nur sprachlicher Natur.

29.09.2016
Interview Berna Kurnaz über die islamistische Radikalisierung junger Menschen

»Das enge und exklusive Wertekorsett scheint attraktiv«

Berna Kurnaz ist Mitarbeiterin des Beratungsnetzwerks Kitab in Bremen. Dieses berät Eltern und Angehörige von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie Lehrkräfte und Sozialarbeiter, die fürchten, dass sich die jungen Menschen islamistischen Organisationen zuwenden.

28.07.2016
Inland Die Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge

Zu jung für die Abschiebung

Nach dem Anschlag von Würzburg gibt es eine öffentliche Diskussion über unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Ein Fachverband sagt, entgegen immer lauter werdender Forderungen sei nicht weniger, sondern mehr Hilfe für diese Gruppe nötig.

28.04.2016
Interview Gert Oostindie im Gespräch über die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte in den Niederlanden

»Eine offizielle Entschuldigung hat es nie gegeben«

Gert Oostindie ist Historiker mit dem Schwerpunkt niederländische Kolonialgeschichte und Geschichte der Karibik. Derzeit lehrt er als Professor an der Universität Leiden.

07.04.2016
Ausland In Venedig wird an das 500jährige Bestehen des jüdischen Ghettos erinnert

Das erste Ghetto

Vor 500 Jahren wurden die jüdischen Einwohner Venedigs in ein Ghetto gesperrt. Heute erinnert die jüdische Gemeinde an dessen Geschichte.

10.03.2016
Interview Johannes Glembek über die Studienmöglichkeiten für Flüchtlinge in Deutschland

»Die Hochschulen sind nicht ausreichend ausgestattet«

Nach Deutschland flüchten viele Menschen, die hier ihr Studium fortsetzen oder ein neues Studium aufnehmen wollen. Mit Johannes Glembek sprach die »Jungle World« über die Möglichkeiten und Hürden für Flüchtlinge, die an deutschen Hochschulen studieren wollen. Glembek ist Geschäftsführer des Bundesverbands ausländischer Studierender (BAS).

19.11.2015
Ausland Don McMaster im Gespräch über die australische Flüchtlingspolitik

»Die Zustände sind verheerend«

Die australische Regierung erntet seit Jahren wegen ihrer rigiden Flüchtlingspolitik Kritik, vergangene Woche wurde sie auch im UN-Menschenrechtsrat gerügt. Der ehemalige Premierminister Tony Abbott kam 2013 mit dem Versprechen an die Macht, die Ankunft von mit Booten einreisenden Asylsuchenden gänzlich zu stoppen. Im September wurde er von seiner eigenen Partei, der konservativen Liberal Party, wegen anhaltend schlechter Umfragewerte gestürzt. Sein parteiinterner Herausforderer Malcolm Turnbull übernahm das Amt; die nächsten Parlamentswahlen stehen im November 2016 an. Über das australische Grenzregime und mögliche Veränderungen unter Turnbull sprach die Jungle World mit dem Politikwissenschaftler Don McMaster, der an der University of Adelaide zur australischen Flüchtlingspolitik forscht und publiziert.

01.10.2015
Interview Pedro Monaville im Gespräch über belgischen Kolonialismus und Erinnerungskultur

»Kolonialgeschichte ist schwach institutionalisiert«

1884/85 wurde auf der Kongokonferenz in Berlin die Grundlage für die koloniale Aufteilung Afrikas gelegt. Der belgische König Leopold II. erhielt damals ein riesiges Gebiet im Kongobecken als Privatbesitz, den sogenannten Kongo-Freistaat. Für die Kautschuk- und Elfenbeinproduktion ließ er die Bevölkerung mittels Zwangsarbeit brutal ausbeuten. Die Zahl der Todesopfer wird auf bis zu zehn Millionen geschätzt, was beinahe der Hälfte der dama­ligen Bevölkerung entspräche. Nach internationalen Protesten gegen die »Kongogräuel« sah sich Leopold II. 1908 gezwungen, seine Privatkolonie an den belgischen Staat zu übergeben. Doch auch in Belgisch-Kongo, wie das Land bis zur Unabhängigkeit 1960 hieß, herrschten Rassismus und ökonomische Ausbeutung. Die Jungle World sprach mit Pedro Monaville darüber, wie heute in Belgien mit der kolonialen Vergangenheit umgegangen wird. Der Historiker forscht zur belgischen Erinnerungskultur und der Geschichte des ­Kongo.

30.07.2015
Interview

»Die Situation ist schlimmer als gedacht«

Deutschland schiebt immer mehr Flüchtlinge aus Mazedonien ab, da das Land im Herbst 2014 als »sicherer Herkunftsstaat« eingestuft wurde. Doch vor allem für Roma ist es in Mazedonien alles andere als sicher. Marc Millies und Allegra Schneider reisten im März als Mitglieder einer Recherchegruppe nach Skopje, um die Situation vor Ort zu untersuchen. Der Bericht zu Mazedonien ist in Kürze unter www.alle-bleiben.info erhältlich. Dort finden sich auch die Berichte zur Situation im Kosovo (erschienen im Herbst 2014) und in Serbien (erschienen im Frühjahr 2014) sowie Berichte zu anderen Reisen. Millies arbeitet beim Flüchtlingsrat und bei Refugio in Bremen. Schneider recherchierte in den vergangenen Jahren in Serbien, Kosovo und Mazedonien zur Situation abgeschobener Roma und begleitete diese Recherchen mit Fotoreportagen. Mit beiden sprach die Jungle World über die Diskriminierung von Roma in Mazedonien und die Inhaftierung Asylsuchender im Transit.