Beiträge zu Geschichte

Paranoia über »das internationale ­Judentum«. Ausschnitt aus einem deutschen Propagandaposter von 1941
2025/12 dschungel Der Unterschied zwischen Rassismus und Antisemitismus

Jungle+ Artikel Antisemitismus und weißer Rassismus

Was ist der Unterschied zwischen Rassismus und Antisemitismus? Der US-amerikanische Historiker Jeffrey Herf gibt in einem Kapitel seines neuen Buchs »Drei Gesichter des Antisemitismus« eine Antwort. Er stellt Verbindungen zwischen dem Rassismus der amerikanischen ­Sklavenhalter und dem Nationalsozialismus her, insistiert aber darauf, dass die Juden im faschistischen Deutschland vor allem als politische Subjekte verfolgt wurden – nicht als unterlegene halbmenschliche, sondern als mächtige in Feindschaft verschworene Rasse.
Prachtbau der Piasten: das Schloss Jawor in Schlesien
2025/11 Reportage Eine Erkundung im ehemaligen preußischen Frauenzuchthaus Jauer in Polen

Jungle+ Artikel Das Haus der schweren Tore

Im polnischen Städtchen Jawor steht ein altes Stadtschloss aus dem Mittelalter. Die Preußen und später die Nationalsozialisten nutzten es als Gefängnis für Frauen, einige davon Widerstandskämpferinnen. Ein Besuch im ehemaligen Frauenzuchthaus Jauer.
Jüdische Flüchtlinge nahe eines von Joint (American Jewish Joint Distribution Committee) eingerichteten Auffanglagers, 1949
2025/11 dschungel Stephan Grigat im Gespräch über Flucht und Vertreibung der Juden aus der arabischen Welt

Jungle+ Artikel »Eine Tragödie, die bis heute kaum auf­gearbeitet ist«

Der erzwungene Massenexodus der Juden nach 1948 aus dem ­arabischen Raum wurde außerhalb Israels lange Zeit kaum beachtet. Das hat sich inzwischen verändert. Allerdings wird die Vertreibung nicht selten nur als Parallelerzählung zur Fluchtgeschichte der Palästinenser wahrgenommen. Stephan Grigat erklärt, warum diese Sicht problematisch ist.
Aschau im Chiemgau, Alm mit Beflaggung, 1935
2025/10 dschungel Maria Anna Willer, Kulturwissenschaftlerin, im Gespräch über ihre Studie »Nationalsozialismus auf dem Dorf«

Jungle+ Artikel »In jeden Verfolgungsfall waren viele Menschen involviert«

Die Kulturwissenschaftlerin Maria Anna Willer untersucht in ihre Dissertation »Nationalsozialismus auf dem Dorf« Strukturen der Kontrolle und Verfolgung im regionalen Raum. Nach 1945 ist eine Kontinuität der Ausgrenzung insbesondere dort erkennbar, wo die Erinnerung an Opfer der NS-Verfolgung verdrängt wird.
Eine Fototafel auf dem Gelände der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau am Ort des Geschehens zeigt die Verbrennung der Leichen durch das Sonderkommando im Sommer 1944. Als die Krematorien überlastet waren, diente ein eingezäuntes ­Gelände mit Gruben als Verbrennungsort. Das Foto wurden von einem Sonderkommandoangehörigen aufgenommen
2025/09 dschungel Andreas Kilian erforscht die Geschichte der jüdischen »Sonderkommandos«

Jungle+ Artikel Berichte aus der Todeszone

Die erzwungene Kollaboration jüdischer Häftlinge in den Vernichtungslagern der Nazis wurde lange Zeit beschwiegen oder verzerrt dargestellt. Der Historiker Andreas Kilian forscht seit vielen Jahren über die Rolle der Sonderkommandos. Im Karl-Dietz-Verlag Berlin ist der von ihm kommentierte Bericht des Gerichtsmediziners Miklós Nyiszli über seine Tätigkeit im Krematorium von Auschwitz erschienen.
Ein Hauch von Che. Thomas Müntzer (1489–1525)
2025/05 dschungel Auszug aus dem Buch »1525: Thomas Müntzer und die Revolution des gemeinen Mannes«

Jungle+ Artikel 1525: Thomas Müntzer und der Bauernaufstand

Fanatiker oder Freiheitskämpfer? Über keine andere Person der Reformationszeit wurde derart heftig diskutiert wie über Thomas Müntzer. Die einen erklärten ihn zum mystischen Schwärmer, andere zum Theologen auf Abwegen, zum Utopisten oder Revolutionär mit Regenbogenfahne.
Naziaufmarsch mit Transpi "Tod dem Marxismus"
2025/05 dschungel Hitler als Kommunist? Wie Alice Weidel die deutsche Geschichte verdreht

Die nützliche Lüge vom linken Hitler

Alice Weidels Behauptung, Hitler sei Kommunist gewesen, zeigt, wie unverhohlen die AfD mittlerweile dem Geschichtsrevisionismus frönt. Neu ist Weidels These freilich nicht. Der Historiker Rainer Zitelmann propagiert sie mit großer Beharrlichkeit.
Nach der Schlacht am Großen Redan. Am ­­9. ­September 1855 werden in ­Sewastopol die ­Leichen abtransportiert. Stich von E. A. Goodall
2025/04 dschungel Was Marx über Russland dachte

Jungle+ Artikel Marx gegen Moskau

Karl Marx befand sich in einer »Fundamentalopposition zum russischen Staat« – so formuliert es Timm Graßmann, Editor bei der Marx-Engels-Gesamtausgabe, in seinem Buch »Marx gegen Moskau«. Marx, der Russlands Außenpolitik in Analogie zum Kapital als alles Bestehende verschlingend sah, analysierte die russische Autokratie früh. Vor allem seine Gedanken zum Krimkrieg (1853–1856) erscheinen angesichts von Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine erstaunlich aktuell.
Von der Armee des Zaren brutal unterdrückt: der sogenannte Januaraufstand 1863/64 in Polen in einer zeitgenössischen Darstellung von Artur Grottger
2025/04 Interview Timm Graßmann, Marx-Experte, im Gespräch über sein Buch »Marx gegen Moskau«

»Bonapartismus im Westen, Zarismus im Osten«

Die Arbeiterklasse müsse zu außenpolitischen Fragen Partei ergreifen, meinte Karl Marx, und zwar grundsätzlich nach republikanischen und antiautoritären Prinzipien. Besonders das Expansionsstreben Russlands wollte er zeit seines Lebens bekämpfen. Ein Gespräch mit dem Marx-Experten Timm Graßmann, der dafür plädiert, das politische Denken von Marx neu zu entdecken.
Die DDR weist den Weg. Das syrische Ba’ath-Regime suchte Unterstützung im Ostblock, eine Parteidelegation besuchte im April 1967 Ost-Berlin
2025/02 Geschichte Die Beziehungen zwischen Syrien und der DDR waren eng

Jungle+ Artikel Syrische Devisen

Syrien war eines der kurz zuvor dekolonisierten Länder, die in den Sechzigern offizielle diplomatische Beziehungen zur DDR aufnahmen, zu einer Zeit, da dies als Affront gegen die BRD galt. Die Beziehungen zwischen Syrien und der DDR waren weitaus durchwachsener, als die Geschichte der Kooperation zwischen den Geheimdiensten der beiden Länder nahelegen mag.