Artikel von Anke Schwarzer

30.03.2017
Inland Deutschland ignoriert die Klage von Herero und Nama vor einem US-Gericht

Gegen Deutschland hilft nur ein Gericht

Vertreter der Herero und Nama haben Deutschland vor einem US-amerikanischen Gericht wegen des Genozids in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika verklagt. Vertreter der Bundesrepublik blieben dem Termin fern. Für Juli ist ein weiterer angesetzt.

12.01.2017
dschungel Das zweifelhafte geschichtspolitische Konzept des Berliner Humboldt-Forums

Ein Museum erklärt die Welt

Das vielkritisierte Humboldt-Forum im künftigen Berliner Stadtschloss setzt auf Dekolonisierung. Doch Zweifel sind angebracht.

03.11.2016
Interview Jephta Nguherimo im Gespräch über die Verhandlungen zwischen Deutschland und Namibia zum Völkermord an den Herero und Nama

»Wir brauchen eine ehrliche Anerkennung des Völkermords«

Jephta Nguherimo lebt in Washington, D.C., und ist Mitbegründer des Ovaherero/Mbanderu and Nama Genocide Institute (ONGI) in den USA. Er beteiligte sich an der Organisation der ersten transnationalen Konferenz zum deutschen Völkermord an den Ovaherero und Nama mit dem Titel »Restorative Justice after Genocide«, die Mitte Oktober in Berlin stattfand. Mit der "Jungle World" sprach er über die Verhandlungen zwischen Deutschland und Namibia zum Völkermord an den Herero und Nama.

18.08.2016
Inland Die Verhandlungen über die Anerkennung des deutschen Völkermords in Namibia

Eile nach der langen Weile

Vertreter der Bundesregierung und der deutsche Botschafter in Namibia wollen den Völkermord an den Herero und Nama anerkennen – aber nur ein bisschen.

29.10.2015
Inland Noch immer gibt es keine Entschädigung für die deutschen Kolonialverbrechen in »Deutsch-Südwestafrika«

Völkermord, na und?

Herero- und Nama-Verbände fordern nach wie vor eine offizielle Entschuldigung für den Völkermord in »Deutsch-Südwestafrika« und ihre Anerkennung als Verhandlungspartner für Entschädigungen.

16.07.2015
Inland Autonome Wohnprojekte in Hamburg in Aufruhr

Wem gehört das Haus?

In Hamburg sorgen sich immer mehr autonome Wohnprojekte um ihre Zukunft, weil die Stadt Wohnflächen an eine Aktiengesellschaft verkauft.

09.07.2015
Inland Deutsche Kolonialverbrechen in Namibia werden nur zögerlich aufgearbeitet

Mehr als ein Wort

Vor 100 Jahren hörte die Kolonie Deutsch-Südwestafrika auf zu existieren, die Auseinandersetzung mit den Folgen fängt erst an.

11.06.2015
Interview Peter Baleke Kayiira im Gespräch über »land grabbing« in Uganda

»Wir haben langen Atem bewiesen«

Im August 2001 vertrieb die ugandische Armee die Bewohner von vier Dörfern im Bezirk Mubende, weil die ugandische Regierung das Land an die Kaweri Coffee Plantation Ltd. verpachtet hatte. Dem Food First Informations- und Aktionsnetzwerk (FIAN) zufolge zählt diese Vertreibung zu den wenigen Fällen von land grabbing, die von Anfang an gut dokumentiert sind. Die Vertriebenen forderten ihre Rechte ein, im August 2002 verklagten sie die ugandische Regierung und die Firma Kaweri Coffee Plantation auf Entschädigung. 2013 kam es zu einem Urteil, gegen das das Unternehmen jedoch Berufung eingelegt hat. Kaweri ist eine Tochterfirma der Neumann Kaffee Gruppe (NKG) in Hamburg. Mit 46 Unternehmen in 28 Ländern beliefert der Konzern verschiedene Röster. Er zählt zu den größten Rohkaffeeproduzenten und -händlern weltweit. Die Jungle World sprach mit Peter Baleke Kayiira über den Stand des Verfahrens, die Strategien gegen den Landraub und die Arbeitsbedingungen auf der Kaffeeplantage. Er ist der Sprecher der Vertriebenen aus Mubende.

22.01.2015
Inland Die Initiative »No Humboldt 21« beschäftigt sich mit kolonialer Kriegsbeute

Menschenknochen im Gepäck

Die Initiative »No Humboldt 21!« legt neue Hinweise auf koloniale Kriegsbeute in Museen vor, darunter möglicherweise auch die Gebeine historischer Persönlichkeiten.

28.08.2014
Inland Erinnerung an den Anschlag auf ein Flüchtlingswohnheim in Hamburg von 1980

Erinnern im Abseits

Am 22. August 1980 ermordeten Mitglieder des rechtsextremen Terrornetzwerks »Deutsche Aktionsgruppen« zwei Menschen in einem Hamburger Wohnheim für Flüchtlinge. Eine Initiative organisierte erstmals eine Gedenkveranstaltung.

13.03.2014
Inland Die Rückgabe von Deutschland in Namibia erbeuteter Schädel

Übergabe ohne Publikum

Deutschland hat Namibia erbeutete Schädel aus der Kolonialzeit zurückgegeben – ohne die Opferverbände einzuladen.

12.12.2013
dschungel Die Biographie von Theodor Michael

Ein Leben in Deuschland

Theodor Michael wird 1925 als Sohn eines Kolonialmigranten und einer preußischen Mutter in Berlin geboren. Als einer der wenigen Schwarzen überlebt er im nationalsozialistischen Deutschland. Jetzt hat der afrodeutsche Schauspieler seine Biographie geschrieben.

24.10.2013
Inland Die Proteste der »Lampedusa«-Gruppe in Hamburg

Jagdsaison in Zivil

Hamburgs Polizei verstärkt die Kontrollen von Menschen mit schwarzer Hautfarbe. Sie sucht nach Flüchtlingen der sogenannten Lampedusa-Gruppe.

22.08.2013
Inland Die Hetze gegen Flüchtlinge im Wahlkampf

Der Volkszorn wählt mit

Im Wahlkampf setzt der Bundesinnenminister auf die Hetze gegen Flüchtlinge. Das entspricht der Stimmung in manchen Ecken der Republik.

25.07.2013
Thema Umstrittene Dublin-II-Abschiebungen in Hamburg

Lampedusa an der Elbe

Aus Libyen vertriebene Kriegsflüchtlinge protestieren in Hamburg für ihr Recht auf Aufenthalt und Zugang zum Arbeitsmarkt.

18.07.2013
Inland Über das Endlagersuchgesetz

Wer suchet, der findet

Auch wenn die Kriterien noch nicht klar sind, legt ein Gesetz fest, dass irgendwo in Deutschland ein Endlager für Atommüll gefunden werden muss.

18.04.2013
dschungel Die Ausstellung »Graben für Germanien« in Bremen

Die Erben der Scherben

Die Ausstellung »Graben für Germanien. Archäologie unterm Hakenkreuz« beleuchtet ein düsteres Kapitel deutscher ­Wissenschaftsgeschichte.

11.04.2013
Inland Streit um den Doppelpass in der CDU

Doppelpass auf dem Ramschtisch

Selbst in der CDU gibt es mittlerweile Befürworter der doppelten Staatsbürgerschaft. Doch auch wenn die Union die Wählerstimmen von Eingebürgerten braucht, ist der Widerstand in der Partei gegen den Doppelpass vehement.

21.02.2013
Inland Die Folgen des Optionsverfahrens im Staatsbürgerschaftsrecht

Deutsche auf Zeit

Tausenden jungen Menschen droht in diesem Jahr der Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft, weil sie unter das umstrittene Optionsverfahren fallen, das mit der Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts durch Rot-Grün vor 13 Jahren eingeführt worden ist.

01.11.2012
Interview Gabriele Heinecke im Gespräch über den Piraterie-Prozess in Hamburg

»Eine sehr deutsche Sicht auf die Verhältnisse«

Nach fast zwei Jahren und über 100 Verhandlungstagen endete Mitte Oktober der umstrittene Piraterie-Prozess. Das Land­gericht Hamburg verurteilte die zehn Angeklagten aus Somalia, darunter drei Heranwachsende, wegen erpresserischen Menschenraubes und bewaffneten Angriffs auf den Seeverkehr zu Haftstrafen zwischen zwei und sieben Jahren. Sie hatten im April 2010 das deutsche Containerschiff Taipan überfallen. Gabriele Heinecke war Pflichtverteidigerin eines 28jährigen Angeklagten, der Vater zweier Kinder ist. Die Hamburger Rechtsanwältin stellt die Rechtmäßigkeit des Verfahrens in Frage. Gegen das Urteil hat sie Revision beantragt, die Anwälte acht weiterer Angeklagter ebenso. Bis ein rechtskräftiges Urteil beim Bundesgerichtshof gesprochen wird, kann ein Jahr vergehen.