Artikel von Karl Pfeifer

02.11.2017
Interview Die Soziologin ­Zsuzsa Ferge im Gespräch über Armut in Ungarn

»Die Regierung möchte das Problem verstecken«

Zsuzsa Ferge, 86, ist emeritierte Professorin für Soziologie und hat zahlreiche Werke über die soziale Lage während des Regimes János Kádárs in Ungarn zwischen 1957 und 1989 und die sozialen Verwerfungen der postkommunistischen Übergangsperiode verfasst. Sie ist Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. 2017 erschien ihr neuestes Buch »Die ungarische Sozialpolitik von 1990 – 2015«. Ende September nahm sie in Budapest an der Konferenz »Armut in Ungarn« teil, organisiert von der Gruppe »Stadium 28«, die sich aus Mitgliedern der Ungarischen Akademie der Wissenschaften sowie anderen Akademikern zusammensetzt.

Interview von Karl Pfeifer
24.08.2017
Interview Gideon Remez, Journalist, im Gespräch über die Rolle der Sowjetunion in den Kriegen zwischen Ägypten und Israel

»Sowjetische SAM-Raketen wurden zum Abschuss israelischer Flugzeuge benutzt«

Gideon Remez ist ein israelischer Journalist und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Truman Institute der Hebrew University of Jerusalem. Zusammen mit seiner Kollegin Isabella Ginor veröffentlichte er am 1. August das Buch »The Soviet-Israeli War 1967–1973: The USSR’s Military Intervention in the Egyptian-Israeli Conflict« (Hurst (UK)/Oxford University Press (USA), 2017), das sich mit der Rolle der Sowjetunion in den Kriegen Ägyptens gegen Israel beschäftigt. Ihr vorher gemeinsam publiziertes Buch »Foxbats over Dimona: The Soviets’ Nuclear Gamble in the Six-Day War« (Yale University Press 2007) gewann die silberne Medaille des Washington Institute for Near East Policy.

Interview von Karl Pfeifer
26.07.2017
Ausland Der Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in Ungarn

Gemeinsam gegen Soros

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán sieht in seinem israelischen Amtskollegen Benjamin Netanyahu einen Freund und in dem Philanthropen George Soros einen Feind. Die Rolle des Regimes Miklós Horthys in der nationalsozialistische Vernichtungspolitik verharmlost er.

Kommentar von Karl Pfeifer
11.05.2017
Interview Ein Gespräch mit Ulrike Lunacek, Europaabgeordnete der österreichischen Grünen, über den Umgang mit Ungarn und die Zukunft der EU

»Die EVP muss Orbáns Partei Fidesz ausschließen«

Ulrike Lunacek ist Delegationsleiterin der österreichischen Grünen im Europaparlament. Sie setzt sich unter anderem für Frauenrechte und die Gleichstellung von LGBT ein, ist Mitglied des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und eine der Vizepräsidentinnen des Europäischen Parlaments.

Interview von Karl Pfeifer
10.05.2017
Hotspot Der ungarische Politologe Zoltán Kiszelly redet gerne viel und wirr

Uferlos illiberal

Porträt von Karl Pfeifer
30.03.2017
Ausland Neue Maßnahmen in Ungarn gegen Erwerbslose mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen

Krank geworden, arm gemacht

Die ungarische Regierung bekämpft die Armen statt die Armut. Ihre neueste Maßnahme richtet sich gegen arbeitslose Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

23.02.2017
Interview Gespräch mit Mária Vásárhelyi über die Medienpolitik der ungarischen Regierung

»Fidesz hat eine sehr bewusste Medienpolitik betrieben«

Mária Vásárhelyi ist Soziologin und war leitende ­Forscherin der Abteilung Kommunikationstheorie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Ende 2010 wurde ihr Arbeitsplatz von der Regierung gestrichen. Sie hat acht Bücher geschrieben und mehrere Sammelbände herausgegeben.

Interview von Karl Pfeifer
11.08.2016
Interview Attila Ara-Kovács im Gespräch über die Bildungs- und Kulturpolitik der rechten ungarischen Regierung

»Orbán will systematisch die Kultur zerstören«

Attila Ara-Kovács ist Publizist und politischer Analytiker. Als Mitglied der demokratischen Opposition hat er bei der Wende 1989 mitgewirkt. Während der nuller Jahre war er Diplomat. Seit 2014 ist er Mitglied der linken »Demokratischen Koalition«. 2015 wurde er Mitglied des Vorstands und außenpolitischer Sprecher der Partei.
Das von Ministerpräsident Viktor Orbán geführte Ungarn dient den europäischen rechtsextremistischen Parteien als Vorbild. Die Regierungspartei Fidesz ist – obwohl sie oft mit der Neonazipartei Jobbik gemeinsam vorgeht –weiterhin Mitglied der Europäischen Volkspartei (EVP), des Zusammenschlusses der konservativen Parteien in der EU. Mit Subventionen an jüdische Ins­titutionen versucht Fidesz den Antisemitismus zu kaschieren, der jedoch immer wieder propagiert wird. So wurde Ronald Lauder, Vorsitzender des jüdischen Weltkongresses, in der regierungsnahen Tageszeitung »Magyar Idök« unter der Schlagzeile »Penetrantes Parfüm« angegriffen, nachdem er Jobbik im Londoner »Observer« eine Neonazipartei genannt hatte. Damit wurde auf die Kosmetikfirma, die Lauders Mutter gegründet hatte, angespielt, jedoch auch implizit auf die in Ungarn seit ­langer Zeit verwendete Beschimpfung »stinkender Jude«. Überdies hetzt die Regierung mit einer in der EU beispiellosen Kampagne gegen Flüchtlinge und potentielle Einwanderer.

19.05.2016
Thema Eine rechte Wende nach dem ungarischen Vorbild

Angeführt und ausgeraubt

Die FPÖ wird Teil des politischen Establishments in Österreich. Nun droht eine rechte Wende wie in Ungarn.

07.04.2016
Interview Der Historiker Günther Jikeli über Antisemitismus in Europa

»Antisemiten fühlen sich ermutigt durch antisemitische Taten«

Der Historiker Günther Jikeli ist Permanent Fellow am Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam und am Institut Groupe Sociétés, Religions, Laïcités am Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung in Paris. Zur Zeit lehrt er als Gastprofessor an der Indiana University in den USA. Von 2011 bis 2012 war er Berater zur Bekämpfung von Antisemitismus für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

17.12.2015
Ausland Staatlicher Antisemitismus in Ungarn

Antisemitische Arbeitsteilung

Ob Flüchtlingsandrang oder islamistischer Terror – in Ungarn werden dafür oft die Juden verantwortlich gemacht. Während sich die ungarische Regierung nur implizit auf antisemitische Verschwörungstheo­rien bezieht, vertreten Provinzpolitiker und regierungsnahe Medien diese offener.

18.12.2014
Interview Atilla Ara-Kovács im Gespräch über die ungarische Außenpolitik 

»Orbán ist sehr isoliert«

Seit Viktor Orbán 2010 zum zweiten Mal Ministerpräsident Ungarns wurde, ist das Land unter seiner Regierung nach rechts gerückt. International gerät es immer wieder in die Kritik. Atilla Ara-Kovács ist der außenpolitische Sprecher der ungarischen Oppositionspartei Demokratische Koalition (DK) des ehemaligen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány. Im Europaparlament gehört die DK der sozialdemokratischen Fraktion an. Ara-Kovács hat Philo­sophie studiert und als Diplomat und Publizist gearbeitet. Mit ihm sprach die Jungle World über außenpolitische Fehler und Korruption unter Orbán.

04.09.2014
Ausland Zweiter Teil ­eines Berichts aus Israel

Eine Wohnung für alle Fälle

Der Gaza-Konflikt bestimmt die Berichterstattung der israelischen Medien, aber auch der Antisemitismus in Europa wird dort wahrgenommen. Juden aus Europa wandern daher wieder vermehrt nach ­Israel aus. Zweiter Teil eines Berichts aus Israel.

28.08.2014
Ausland Israel während des Gaza-Konflikts. Erster Teil eines Berichts

Ruhe im Sturm

Trotz der anhaltenden Bedrohung ist die Stimmung in Israel gelassen. In der Regierung tobt allerdings ein heftiger Streit. Erster Teil eines Berichts aus Israel.

30.04.2014
Ausland Die Rehabilitation des Faschismus in Ungarn

Geschichte wird mit Macht gemacht

Die Regierung Ungarns betreibt trotz der Verkündung des Holocaust-Gedenkjahrs die Rehabilitation des Horthy-Regimes.

17.04.2014
Interview Bálint Magyar im Gespräch über die Wahlen in Ungarn

»Zielpublikum sind Rassisten«

Bálint Magyar hat in Budapest Geschichte und Soziologie studiert und war in der Forschung und in der demokratischen Opposition in Ungarn tätig. Er ist Mitbegründer der liberalen Partei »Bund Freier Demokraten« (SZDSZ), die sich 2013 auflöste. Magyar war von 1996 bis 1998 und 2002 bis 2006 Bildungsminister. Der von ihm herausgegebene Sammelband »Die ungarische Krake – ein postkommunistischer Mafiastaat« ist in Ungarn ein Bestseller (Jungle World 48/2013). Die Jungle World sprach mit ihm in Brüssel über das Ergebnis der Wahlen in Ungarn und Magyars These vom »Mafiastaat«.

13.03.2014
Thema Staatliches Gedenken und Geschichtsrevisionismus

Und der Turul fliegt weiter

Die ungarische Regierung versucht, die jüdischen Gemeinden für den Streit um das »Holocaust-Gedenkjahr« verantwortlich zu machen. Dabei wird die staatliche Gedenkpolitik von Geschichtsrevisionisten und mit nationalistischer Rhetorik vorangetrieben.

06.02.2014
dschungel Sebastian Reinfeldt im Gespräch über die Diskursmaschine des Rechtspopulismus

»Die Herrschenden sprechen nicht mit einer Stimme«

Ein Gespräch mit Sebastian Reinfeldt über die Diskursmaschinen des Rechts­populismus in Österreich, Ungarn und Deutschland.

23.01.2014
Ausland Umstrittene Gedenkpolitik in Ungarn

Orbán lässt gedenken

Geschichtspolitisch laviert die ungarische Regierung zwischen dem Bestreben, ihr Image zu verbessern, und völkischer Propaganda.