Disko

Nicht ohne meine Flagge. Feierliches Schwimmen zum Tag der Kriegsmarine in der Region Moskau, 27. Juli
2025/31 Linke, die Frieden mit Russland fordern, wollen sich meist mit den realen Verhältnissen nicht auseinandersetzen

Nostalgie trifft auf Schematismus

Linke Friedensforderungen in Bezug auf die Ukraine sind meist illusionär und gehen einer Auseinandersetzung mit den heutigen Verhältnissen aus dem Weg.
Fahnenschwingender Aktionismus. Junge Menschen mit einschlägigen Utensilien am 1. Mai in Hamburg
2025/30 ML-Gruppen treten in Hamburg wieder vermehrt in Erscheinung

Rotes Reenactment

Es war lange ruhig um sie, doch auch in Hamburg werden die roten Gruppen merkbar reger. Sie kommen mit Hammer und Sichel, viel Fahnenstoff und einfachen Antworten auf die Herausforderungen einer deregulierten, von Vereinzelung und Konkurrenz geprägten Gesellschaft.
Die stationäre Polizeiwache vor der Neuen Synagoge in Berlin
2025/26 Gruppen wie KES, Tacheles oder Punks Against Antisemitism üben sich in Äquidistanz

Antisemitismus­kritische Ausweich­manöver

Wer Haltung gegen Antisemitismus zeigt, findet sich meist in einer Minderheitenposition wieder. In dem Versuch, für die eigene Sache zu werben und Bündnisse zu schließen, verzichten antisemitismuskritische Gruppen wie KES, Tacheles oder Punks Against Antisemitism auf Kritik an Genozidvorwürfen und üben sich in Äquidistanz.
Protest gegen Trumps Abschaffung von Antidiskriminierungsprogrammen
2025/24 Auf der Wokeness herumzuhacken, wirkt anachronistisch

Genug nachgetreten

Die Wokeness ist auf dem Rückzug und hat sich entgegen den Befürchtungen ihrer Kritiker nicht durchgesetzt. Die kapitalistische Produktion und ihre Ansprüche an die unbegrenzte Verfügbarkeit des unternehmerischen Selbst funktionieren auch ganz ohne ihren woken Anstrich von Selbstverwirklichung und Diversität.
Früher als »kommunistisch« gebrandmarkt, heute als »woke« geschmäht: Protest gegen Maßnahmen gegen Rassismus in Little Rock, Arkansas, 1959
2025/23 Es gilt, die ­revolutionären Ursprünge der Wokeness zu bewahren

Libertär statt autoritär

Wokeness steht in der Tradition des anarchistischen Libertarismus, der das Handeln der Einzelnen als politische Praxis begreift, die bereits in der Gegenwart auf die zu erkämpfende Gesellschaft verweist. Statt dagegen zu polemisieren, sollten Linke vielmehr einen auf woke Weise erweiterten Klassenkampf führen.
USAAF Dresden 1945
2025/22 In Dresden haben »rote Gruppen« Zulauf, die Reaktion darauf wirkt hilflos

Bomber Harris ist angeschlagen

Wie in anderen deutschen Städten erstarken auch in Dresden autoritäre linke Gruppen, die sich dogmatisch marxistisch-leninistisch und militant geben. Die alteingesessenen Gruppen reagieren auf das veränderte Kräfteverhältnis mit antideutschen Gewissheiten statt mit kritischer Gesellschaftsanalyse – das wirkt hilflos.
Typ mit Woke-Cap und Maga-Maske
2025/20 Der Unterschied zwischen bloßen Ressentiments gegen Wokeness und ernst­zunehmender Kritik an ihr

Nicht mehr »en woke«

Was einst als Kritik an Irrationalität und Wahn antrat, hat sich längst zum Zerrbild des kritisierten Gegenstands entwickelt. Antiwokeness ist unter Donald Trump und Wladimir Putin zum Regierungsprogramm erhoben worden und schreitet in ihrer Zensurwut deutlich schlagkräftiger und besorgniserregender voran, als es die woke Gesinnungspolizei bisher vermocht hatte. Es ist an der Zeit, dass die Kritik diese Veränderung miteinbezieht.
Punk-Ikonen: Debbie Harry von der Band Blondie. Daneben Pretenders-Sängerin Chrissie Hynde, Ende der Neunziger.
2025/18 Alternde Punk-Puristen kämpfen gegen Veränderungen in der Szene

Punks und ihre gute alte Zeit

Punkmusik speiste sich schon immer aus verschiedensten Einflüssen und reagierte auf sich verändernde gesellschaftliche Verhältnisse. Umso absurder sind vermeintliche Punk-Puristen, die der Szene ihrer Jugend hinterher trauern und ihre Deutungshoheit nicht aufgeben wollen.
Wieder in Freiheit – und in Uniform. Nach seiner Freilassung traf Maksym Butkevych (l.) den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, 23. Oktober 2024
2025/16 Warum sich unser Autor freiwillig zur ukrainischen Armee gemeldet hat

Wider die russische Welt

Die russische Staatsmacht strebt danach, in der Ukraine und über sie hinaus eine Herrschaft zu errichten, in der es keine Freiheiten und keine Rechte Einzelner mehr gibt. Will man diese Dinge verteidigen, geht das nur im Kampf gegen die russische Armee.
Rebel Girls. Aufnahme im »Club 100« in London, 1981 (l.), Riot Grrrl Zines (o. r.), die Band Bikini Kill in den frühen Neunzigern (u. r.)
2025/15 Punk stellt das Scheitern in den Vordergrund

Musik als Zerstörung

Punk ist destruktiv und richtet sich gegen Autoritäten und das Selbst einengende Strukturen. Mit den Freiheitsvorstellungen des Neoliberalismus hat das jedoch nichts zu tun, vielmehr geht es um das Ausdrücken von Unzufriedenheit, Scheitern und Kaputtheit.