Das Theatre of Playwrights in Kiews Ausgehviertel Podil ist ein Laboratorium der freien Szene. Seit der russischen Vollinvasion der Ukraine hat es sich dem Widerstand verschrieben.
Maurizio Cattelan hat die Abwesenheit zur Kunstform erhoben. Jetzt soll er nach Berlin kommen. Was man über den Konzeptkünstler wissen muss, erklärt ein Buch von Georg Seeßlen.
Viel Verwirrung gab es in jüngster Zeit über die Begriffe Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Kunstfreiheit. Dabei ist es vergleichsweise einfach: Kein Sender ist dazu verpflichtet, Faschisten einzuladen, und ebenso wenig kann ein antifaschistischer Künstler ein Grundrecht auf einen Fernsehauftritt einklagen. Eine Kolumne zur medialen Restmülltrennung.
Wenn Politiker ihre Reden von KI schreiben lassen, ist der Aufschrei groß, doch hatten das bereits vorher Ghostwriter übernommen. Eine Debatte über Arbeitszeitverkürzung durch KI-Hilfe wäre sinnvoller.
Wer Romane von Sprachmodellen schreiben lässt, verrät den eigenen Beruf. Künstliche Intelligenz ist kein Werkzeug wie andere, sondern gefährdet das kreative Schreiben grundlegend.
Die Künstliche Intelligenz mag den Markt für mittelmäßige Literatur alsbald übernehmen und womöglich die bisherige Infrastruktur von Publikation und Verbreitung überflüssig machen. Menschengemachte Literatur, die sich anderweitig oder eben gar nicht mehr zu Markte tragen muss oder kann, wird fortbestehen.
Eine leisere Biennale hatte Koyo Kouoh angekündigt. Ihr Konzept »In Minor Keys« mussten andere umsetzen: Der kürzliche Tod der Kuratorin bestimmt den dunklen Grundton der Kunstschau. Für schrille Töne sorgen Boykottaufrufe.
Die Werkschau »Balkan Erotic Epic. The Exhibition« in Berlin zeigt wichtige Arbeiten von Marina Abramović zu Macht, Sexualität und kultureller Prägung, bleibt aber hinter der Intensität früherer Performances zurück.
Die monochromen Malereien der italienischen Künstlerin Giulia Andreani, die derzeit im Hamburger Bahnhof in Berlin zu sehen sind, sind alles andere als farblos. Sie zeigen bekannte und unbekanntere Frauen aus der Geschichte – und thematisieren damit Geschlechterverhältnisse nicht nur in der Kunst.
»Die hermetische Garage«: Posthum erscheint ein Band der Kultserie des französischen Comiczeichners Moebius alias Jean Giraud. In »Jäger und Gejagter« kämpft die Hauptfigur unter falscher Identität gegen ihr eigenes Ich.
Die 1947 geborene und 2001 verstorbene Künstlerin Edita Schubert zählte zu den interessantesten Figuren der jugoslawischen Nachkriegsmoderne. Eine Ausstellung in der Schweiz zeigt nun Werke von ihr, in denen auch ihr angespanntes und dadurch produktives Verhältnis zur Malerei zur Geltung kommt.
Kerry James Marshall zeigt in großformatigen Bildern in der Tradition der Historienmalerei Gegenwart und Geschichte der afroamerikanischen Community. Jetzt sind seine eindrucksvollen Arbeiten unter dem Titel »The Histories« im Kunsthaus Zürich zu sehen.
Die jüdische Malerin Irma Stern war eine wichtige Vertreterin des Expressionismus. In ihrer Heimat Südafrika ist sie weitaus bekannter als in Deutschland, dem Geburtsort ihrer Eltern, wo sie zeitweise lebte. Eine Ausstellung in Berlin widmet sich Stern nun unter identitätspolitischen Vorzeichen und verschleiert und verzerrt die Biographie der Künstlerin.
Die von der Künstlichen Intelligenz massenhaft reproduzierten visuellen Inhalte bestehen aus stereotypisierten, weichgezeichneten Imitationen, in denen sich Eindeutigkeit verdichtet. Das macht ihre faschistische Tendenz aus.