Beiträge zu Antisemitismus

german guilt
2026/13 Disko Kritik der Erinnerungskultur

Integrierte Schuldanerkennung

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Täterschaft konnte im deutschen Gedenken an den Nationalsozialismus längst als vermeintlich progressive Schuldanerkennung identitär integriert werden. Das derzeitige Problem mit der Erinnerung an die Shoah liegt nicht in ihrer Verdrängung, sondern darin, wie diese von der AfD, deutschen Institutionen und internationalen Antizionisten jeweils gewendet wird.
schmiererei Gedenkort
2026/12 Inland Kufiyas in Buchenwald

Geschichte selbst gemacht

Die neue Handreichung zu den Angriffen auf NS-Gedenkstätten der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus kommt genau zur rechten Zeit: Die Initiative »Kufiyas in Buchenwald« agitiert derzeit eifrig dafür, den Tag der Befreiung von Buchenwald zu missbrauchen. Das hat einen Streit in der Berliner VVN-BdA ausgelöst.
Mehrere große Stapel mit Zeitungen
2026/10 dschungel Jonas Hessenauer und Lukas Uwira, Antisemitismusforscher, im Gespräch über das Israelbild in der deutschen Presse

»Der Vorwurf des Genozids wurde schon lange vor dem 7. Oktober geäußert«

Dämonisierende Zuschreibungen, problematische Deutungen, wiederkehrende Verzerrungen – das Bild von Israel in deutschen Medien ist laut den Antisemitismusforschern Jonas Hessenauer und Lukas Uwira kein gutes. Im Gespräch mit der »Jungle World« über ihre Studie zum jüdischen Staat in der deutschen Presse berichten sie von antiisraelischen Kontinuitäten, hoffen aber dennoch auf mehr Selbstreflexion im Journalismus.
Mensch, der eine ausgehölte Wassermelone wie eine Maske oder einen Helm auf dem Kopf trägt
2026/10 dschungel Die israelfeindlichen Exzesse in den identitätspolitischen Diskursen der Linken nach dem 7. Oktober

Vom Antisemitismus, der keiner sein will

In seinem neuen Buch »Vom Antisemitismus, der keiner sein will« knöpft sich Richard Schuberth die israelfeindlichen Exzesse in den identitätspolitischen Diskursen der Linken nach dem 7. Oktober vor. Dabei dehumanisiert niemand die Palästinenser genannten Menschen so sehr wie die mit ihnen angeblich solidarische Bewegung. Ein Auszug aus dem Buch.
Hubert Fichte stützt seinen Kopf mit seiner rechten Hand
2026/10 dschungel Zum 40. Todestag des Schriftstellers Hubert Fichte

Jungle+ Artikel Das Tuscheln der Tunten und Schamanen

Vor 40 Jahren starb der Schriftsteller Hubert Fichte. Seine Grenzgänge zwischen Literatur und Ethnographie, Poesie und Journalismus und sein Blick auf Außenseiter faszinieren noch heute. Doch die zeitgenössische Rezeption Fichtes als Vordenker queerer und postkolonialer Suche nach Identität übersieht, dass seine Texte als widersprüchliche Archäologie menschlicher Destruktivität zu verstehen sind.
Reza Pahlavi macht mit beiden Händen das Victory-Zeichen
2026/09 Disko Kritik an Reza Pahlavi bedeutet keine Entsolidarisierung mit der iranischen Opposition

Der Feind des Feindes

Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten letzten Schahs des Iran, ist zur prominentesten Führungsfigur der iranischen Exilopposition geworden. Daran Kritik zu üben, bedeutet keine Entsolidarisierung mit den Gegnern der Islamischen Republik – im Gegenteil.
Andrew Fearn und Jason Williamson von den Sleaford Mods
2026/09 dschungel Das neue Album der Sleafords Mods und ihre Unterstützung von zwei antiisraelischen Aufrufen

Jungle+ Artikel Fluchen als Kunstform

Eine Krise jagt die nächste, das wissen auch die Sleaford Mods – und haben mit »The Demise of Planet X« mal wieder ein Album über den nicht sehr guten Zustand der Welt gemacht. Nicht gut war auch die Unterstützung der Band für mehrere israelfeindliche Initiativen – dabei äußert sich Sänger Jason Williamson differenzierter, als man es aus dem antizionistischen Milieu gewohnt ist.