Beiträge zu Deutschland

»Nayste daytshe produktsye«
2026/01 Geschichte Im Warschau der dreißiger Jahre publizierten jiddische Zeitungen Hitler-Witze

Jungle+ Artikel Lachen, um nicht zu schreien

In den dreißiger Jahren kommentierten jiddische Tageszeitungen in Warschau den Aufstieg des Nationalsozialismus im benachbarten Deutschland mit viel bissigem Witz und oft in Form von Karikaturen. Bis heute ist ein humoristischer Umgang mit Antisemitismus ein sehr wichtiger Bestandteil jüdischer Kultur.
Dorothy Thompson
2026/01 dschungel Wie die US-amerikanische Reporterin Dorothy Thompson 1931 in Deutschland das Ende der Demokratie erlebte

Jungle+ Artikel Armut de luxe

Die US-amerikanische Journalistin Dorothy Thompson berichtet 1931/1932 aus Deutschland. Sie schildert das Land in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit, aber sie erkennt auch, dass weitere Faktoren hinzukommen, die den Verfall der Republik beschleunigen. Die Reportagen beleuchten eine doppelte Krise – eine wirtschaftliche und eine psychologische, die eine verhängnisvolle Eigendynamik entwickelt. Auszug aus dem im Verlag Das vergessene Buch erschienenen Band »Das Ende der Demokratie. Reportagen aus Deutschland 1931–1932.«
»Samstags gehört Vati mir«. DGB-Plakat für Arbeitszeitverkürzung zum 1. Mai 1956
2025/41 Inland Die Bundesregierung will, dass länger gearbeitet wird

Immer mehr Arbeiten – auch samstags gehört Vati dem Chef

Die Deutschen sollen mehr arbeiten. Dafür will die Bundes­regierung das Arbeitsgesetz überarbeiten – ganz egal, was die Betroffenen davon halten. Die Gewerkschaften bekunden ihr Unbehagen bislang nur mit Umfragen. Eine Kolumne über Leistungsideologie und deutschen Wahn.
Asaf Levitin, Ron Segal, Andrea von Treuenfeld und Matthias Naumann (v. l.) am 30. September in der ­Hessischen Landesvertretung, Berlin
2025/41 Inland Israelis berichten über ihr Leben in Deutschland

Das bedrohte Zuhause

Berlin ist lange schon beliebt bei Israelis. Mittlerweile leben rund 20.000 in der Hauptstadt. Der 7. Oktober 2023 hat auch für sie vieles verändert. Bei einer Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft berichteten zwei von ihnen von ihren durchaus unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven.
Deutscher Wald
2025/40 Hintergrund Ein normales Land? Autorinnen und Autoren über die Situation, 35 Jahre nach der Osterweiterung der BRD

Großdeutsches Jubiläum: Frieden mit Deutschland? Ist Deutschland normal geworden?

Es ist, als hätte ein gütiger Weltgeist dafür gesorgt, dass den Deutschen genug Zeit bleibt, ihre postnazistischen Konflikte auszutragen, durchzuwalken und zu kurieren, um sich dann, stinknormal geworden, unauffällig in den weltweiten Reigen einer allgemeinen Faschisierung einzureihen. Deutsche Nazis bestechen noch nicht mal mehr mit Originalität und die ordinären Antisemiten haben es hierzulande sogar vergleichsweise schwer. Wolfgang Schäuble durfte als Finanzminister zwar Griechen­land drangsalieren, aber die EU-Integration scheint bislang nicht wie befürchtet zum Sprungbrett neuer deutscher Weltmachtphantasien zu werden. Friedrich Merz will zwar die »stärkste Armee Europas«, macht aber auf internationalem und euro­päischem Parkett doch nur eine blasse Figur. Gibt es also 35 Jahre nach dem Beitritt der DDR zur BRD jenseits der allgemeinen Kritik an Staat und Nation wenig Grund dafür, dem deutschen Michel am Zeug zu flicken? Das wollte die »Jungle World« anlässlich der Feierlichkeiten am 3. Oktober zu 35 Jahren Deutsche Einheit wissen.
»Zwölf Mark kost’ dees Büachl? A bißl teier, Herr Nachber ... Zündhölzeln ha’m S’ koane??« »Simplicissimus«-Karikatur über den schlechten Verkaufsstart von »Mein Kampf« aus dem Jahr 1925
2025/30 Interview Olivier Mannoni, Übersetzer, im Gespräch über die neue französische Übersetzung von »Mein Kampf«

Jungle+ Artikel »Das Vokabular der Nazis war eines der Angst«

Vor 100 Jahren erschien Hitlers Propagandaschrift »Mein Kampf«. Zunächst ein absoluter Flop, erreichte sie im Lauf der nationalsozialistischen Herrschaft Massenauflagen; um die zwölf Millionen Exemplare wurden in Deutschland bis Kriegsende schätzungsweise gedruckt. Die »Jungle World« sprach mit dem französischen Übersetzer Olivier Mannoni über seine Mitarbeit an der kritischen Neu­übersetzung ins Französische, die Unverständlichkeit von Hitlers Sprache und darüber, wie die nationalsozialistische Sprache dauerhaft in den politischen Wortschatz eingesickert ist – und noch die Gegenwart prägt.